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Buch 1. Kap. 1. Grundbegriffe.
Verhältnißmäßigkeit, iu welcher sie den damit zu befriedigen
den Bedürfnissen gegenüber vorhanden stub.
Der Tauschwerth eines Gutes kann also nicht nur steigen
und fallen, wenn dessen Gebrauchswerth zu oder abnimmt, sondern
auch daun, wenn die Schwierigkeit der Erlangung sich vermehrt
oder vermindert.
Je bedeutender dabei der Gebrauchswerth eines an und für
sich seltenen Gutes ist, um so beträchtlicher vermag dessen Tausch
werth zu steigen. Je spärlicher ferner eine bestimmte Güterart
sich int Verhältniß zur Größe des gesummten, ihr gegenüberstehen
den Bedarfs darbietet, um so höher kann der Tauschwerth der
davon vorhandenen Gesamnttmenge und jedes einzelnen dazu
gehörigen Gutes werden, z. B. derjenige voit Ackerland, Wiesen k.
in einer Gegend, wo es an dazu geeigneten Grundstücken beson
ders fehlt. Ebenso bewirkt bei gleichbleibendem Vedarse jede
außerordentliche Verminderung der, z. B. an Brodfrucht und
anderen Nahrungsmitteln re., sonst gewöhnlich vorhandenen Güter
menge eine Tauschwerthserhöhung des davon nocí) vorhandenen
Vorraths, während eine plötzlich eintretende Vermehrung jener,
z. B. der Getreidemenge nach einer überreichen Ernte, der Holz
menge nach starkem Windbrnch re., leicht umgekehrt wirkt.
8 16.
Der Tauschwerth ist demnach zwar noch veränderlicher
und schwankender als der Gebrauchswerth, dagegen aber tut-
gleich leichter und sicherer als dieser zn ermitteln. Seine
Höhe läßt sich nach der mittelst des zu schätzenden Gutes
möglicher Weise tmd wahrscheinlich eintauschbaren Güter
menge bemessen, für die sich ein Ausdruck im Preise darbietet.
Der Preis ist die Gegenleistung, welche man (als
Tauschäquivalent, Gegenwerth) beim Vertauschen eines Gutes
für dasselbe erhält.
Derselbe wird auch bezeichnet als „verwirklichter" Tansch--
werth, ausgedrückt in der mit einem Gute eintauschbaren Menge
anderer Güter.
Der Preis eines solchen besteht also in der Merlge eines
bestimmten anderen Gutes, die sich dafür wirklich eintauschen