Full text : Die Schweiz

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Südostabfall  des  Jura,  nach  seinen  Weinbergen  „Le
Vignoble"  genannt.
Das  Neuenburger  Hochland  zeigt,  ähnlich  dein
Plateau  der  bernischen  Freiberge,  einen  Wechsel  von
schwachwelligen  Höhen  und  breiten  Mulden,  die  zum  Teil
von  Torfmooren  erfüllt  sind.  Die  trockenen  Juramatten
sind  vielfach  unterbrochen  durch  einzelne  Exemplare  oder
durch  parkartige  Gruppen  prächtiger  Wettertannen,  zwischen
denen  die  Herdentiere  der  Weide  nachgehen.  Infolge  der
Meereshöhe  von  durchschnittlich  über  1000  m  hat  das
Bergland  ein  rauhes  Klima,  gekennzeichnet  durch  lang
dauernde,  schneereiche  und  kalte  Winter.  Da  überdies
der  Kalkboden  den  Ackerbau  wenig  begünstigt,  so  vermöchte ­
  er  nur  eine  wenig  zahlreiche  und  ärmliche  Hirtenbevölkerung ­
  zu  erhalten,  wenn  nicht  die  Uhrenindustrie
dem  Lande  eine  ansehnliche  Volksdichte  und  einen  blühenden ­
  Wohlstand  gesichert  hätte.  Das  breite,  niedrige
Jurahaus  der  Sennberge  tritt  nun  ganz  in  den  Hintergrund ­
  gegenüber  dem  stattlichen  Wohnhaus  der  Industrieorte,
  das  als  hoher  Bau  durch  große  und  zahlreiche
Fensterflächen  für  die  feine  und  kunstvolle  Arbeit  der
Uhrenmacherei  das  Tageslicht  auszunützen  sucht.  La
Chaux-de-Fonds,376OO  Einwohner,  ist  der  Mittelpunkt ­
  des  neuenbnrgischen  Industriegebietes  und  zugleich
der  größte  Uhrenmarkt  der  Welt;  sein  Uhrenexport  beläuft ­
  sich  auf  rund  90  Millionen  Franken,  d.  h.  mehr
als  die  Hälfte  der  schweizerischen  Gesamtansfuhr.  Die
Stadt  erinnert  mit  den  parallel  verlaufenden,  eintönigen
Straßenzügen  und  der  schachbrettartigen  Anlage  der
Häusermassen  an  nordamerikanische  Städtebilder.  In
der  gleichen  Mulde,  aber  tiefer  gelegen,  ist  Le  Locle
mit  12700  Einwohnern  ein  zweites  Industriezentrum,
zugleich  wichtiges  Eingangstor  an  einer  Bahn  von  Frankreich ­
  her.  An  der  Grenze  erweitert  sich  der  Doubs  zum
schmalen,  felsumschlossenen  Lac  des  Brenets;  der  Abfluß
speist  den  29  in  hohen  Saut  du  Doubs  und  bildet  dann
in  nordöstlichem  Lauf  vorerst  in  einer  halbkreisförmigen

Charakter
des
Hochlandes

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