Full text : Die Schweiz

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Genfersee

eine  Bergbahn  steht  es  mit  Ste.  Croix  in  Verbindung.
Die  Orbe  tritt  bei  dem  Städtchen  Orbe  aus  dem
Jura  in  die  sumpfige  Ebene  hinaus;  hier  nimmt  sie
von  rechts  den  Talent  auf;  dieser  entsendet  den  zur
Schiffahrt  allerdings  untauglichen  Verbindungskanal  von
Entreroches  über  die  Rhein-Rhone-Wasserscheide  zur
Venoge,  die  südwärts  dem  Genfersee  zufließt.  Dieeuropäische
Wasserscheide  wird  bei  La  Sarraz  durch  einen  vom  Jura
abgeirrten  Kalksporn  gebildet,  den  die  Linie  Averdon-Lausanne
  in  einem  Tunnel  unterfährt.  Weiterhin  liegen
hoch  über  der  Venoge  und  der  Bahn  die  Städtchen
Cossonay  und  Vuff  lens.  Das  vom  Jorat  zum
Neuenburgersee  hinunterziehende  Tal  der  Mentue  wird
von  Lausanne  über  Echallens  durch  eine  Nebenbahn
erschlossen.
Die  Plateauflächen  des  in  runder  Zahl  700  m
hohen  westschweizerischen  Mittellandes  senken  sich  in
langem,  durch  die  Tälchen  der  Seiteubäche  nur  wenig
gegliedertem  Steilabfall  zum  Genfersee.  Die  80  km
lange  Wasserfläche  dringt  mit  ihrem  obern  Ende  in  Me
schroff  abbrechenden  Voralpen  hinein  und  zieht  in  sicky  -
förmiger  Umbiegung  mit  dem  schmalen  Südwestende  in
die  zwischen  Jura  und  Alpen  eingeengte  Landschaft  von
Genf.  Am  Südufer  des  obern  Sees  entsteigen  die  bewaldeten ­
  und  spärlich  bewohnten  Steilhalden  der  Savoyer
Alpen  den  tiefblauen  Fluten.  Im  denkbar  auffälligsten
Gegensatz  dazu  steht  die  reiche  Kulturlandschaft  der
Schweizer  Seite.  Das  windgeschützte,  sonnige  Usergelände, ­
  einem  riesigen  Spalier  vergleichbar,  prangt  bis
zu  den  dunstverschleierten  Fernen  in  dem  sammetartigen
Grün  der  terrassierten  Weinberge.  Ein  schimmernder
Kranz  von  Uferorten  spiegelt  sich  im  See,  dessen  Fläche
von  zahlreichen  Dampfern  belebt  ist.  Lastbarken  mit
der  charakteristischen  „voile  latine“,  zwei  hohen,  gekreuzten ­
  Dreiecksegeln,  verfrachten  den  Kalkstein  aus  den
Brüchen  des  savoyischen  Uferortes  Meillerie  nach  den
Bauplätzen  des  Nordufers.
            
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