Full text: Die Schweiz

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an beiden Enden läuft der Faltenjura in einer einzigen 
Kette aus. Der größere Teil des Berglandes gehört zu 
Frankreich; das gilt vor allem von der flachen Nord 
westabdachung. Der Schweizer Jura umfaßt dagegen 
die höheren Ketten auf der innern Seite des Gebirgs- 
bogens. Ueber dem Waadtländer Mittelland erheben sich 
der Mont Tendre zu 1680 in und die Dole zu 1678 in 
als höchste Punkte im Schweizer Jura; jenseits der fran 
zösischen Grenze, gegenüber der Stadt Genf, liegt die 
höchste Stelle des Juras überhaupt, Erbt de la Neige 
1723 m. Der Bergwall fällt hier schroff über l000 in 
tief zum Mittelland ab. Nach Nordosten wird er all 
mählich niedriger: Der Chasseral noch 1610 in; der 
Weißenstein bei Solothurn 1294 in; die Wasserfluh bei 
Aarau 869 in; die letzte, bis in den Kanton Zürich 
hineinziehende Jurakette, die Lägern, ist 863 w hoch und 
überragt das Mittelland nur noch um 400 m. 
Die Juraketten ziehen als wulstförmige (Chaumont) 
oder durch die Verwitterung gratartig geschärfte Erhe 
bungen (Chasseral, Lägern) nebeneinander her. Die 
Gipfel heben sich nur als schwach anschwellende Kuppen 
oder Kämme über den einförmigen Wall hinaus. Zwischen 
den Ketten liegen die Längstäler, meist geräumige Mul 
den, die bei der Auffaltung des Gebirges mit entstanden 
sind. Ausnahmsweise rücken die Ketten auf kürzere 
Strecken soweit auseinander, daß Raum für breite Ebenen 
geschaffen wird, wie die Talebcne von Delsberg und die 
Mulde des Val de Ruz. Bisweilen gabelt sich ein Berg 
zug in zwei Aeste, die eine Strecke weit parallel gehen 
und sich nachher wieder vereinigen; das eingeschlossene 
Längstal läuft dann, wie der Boden eines Bootes, an 
beiden Enden ansteigend in spitzen Winkeln aus; so das 
Längstal von Montier im Berner Jura. Die Gewässer 
fließen gegen die Mitte des Tales zusammen und finden 
durch den Querdurchbruch einer Klus den Ausgang. 
Die Klüsen oder Quertäler durchbrechen als Schluch 
ten die Bergrücken und stellen eine Verbindung zwischen 
Längstäler 
Klüsen
	        
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