Full text: Die Schweiz

Negenlage 
Schönweiter- 
läge 
Hochdrucklage 
fallende Farbe und Rahsichtigkeit der Berge gelten als Vorboten 
eines Wetternmschlages, der meist schon am zweiten oder dritten 
Tag eintritt. 
Mit der Wanderung des Minimums nach der Nord- und 
Ostiee dreht nämlich der Wind; er kommt jetzt aus SW oder 
W und bewirkt Trübung und Niederschläge. Zutreffend sagt 
eine alte Bauernregel: „Aus Föhn folgt Regen". 
Bei tiefem Barometerstand über der Westhälfte des Mittel 
meeres herrscht in der Schweiz die Bise. Da erfahrungsgemäß 
die Depression in Südeuropa meist längere Zeit in ihrer Lage 
verharrt, so hält auch die Bise tage-, ja wochenlang an. Eine Bisen 
periode im Winter bedeutet eine Zeit strenger, trockener Kälte. Im 
Sommer hemmt der scharfe Wind das Wachstum der Pflanzen 
und trocknet bisweilen den Boden so gründlich aus, daß er von 
Rissen klafft. In Südfraukreich kennt man den rauhen Nord 
wind, der durch das Rhonetal hinnnterfegt und die Pflanzungen 
schädigt, unter dem Namen Mistral. 
Wenn sich über dem Alpengebiet hoher Luftdruck einstellt 
(ein Maximum), so beginnt ein langsames Sinken und Abfließen 
der Lust. Es tritt dann bei klarem Himmel relativ windstilles 
Wetter ein. Im Winter bildet sich bei dieser Wetterlage das 
Rebelmeer, das so lange über dem Mittelland flutet, als der hohe 
Lufdruck anhält. 
Sobald vom Atlantischen Ozean her eine neue Depression 
anrückt, so erscheint wieder der Föhn, der in kürzester Zeit die 
Nebeldecke aufzehrt und dann vom feuchten Südwestwind ab 
gelöst wird. Recht häufig folgen iin Winter die wandernden De 
pressionen rasch nacheinander. Bei jeder wiederholt sich das 
Wechselspiel der Winde und Wetterlagen; das verleiht der 
Witterung der Schweiz vorab für den Winter den Charakter 
großer Unbeständigkeit.
	        
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