Full text: Die Schweiz

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Alpenflüsse 
Flüsse der 
Südschweiz 
das Gefälle und die Strömung stärker als im Unter» 
lauf. Die vorhin genannten vier Hauptflüsse gehören 
nur in ihrem Oberlauf zur Schweiz; das verleiht den 
Gewässern unseres Landes ihre ausfälligsten Eigen 
schaften : Bedeutende Schwankungen in der Wassermenge 
und ein fast durchwegs starkes Gefälle. 
Je nachdem das Einzugsgebiet der Flüsse vor 
wiegend in den Alpen, im Miltelland oder im Jura 
liegt, fallen die hohen und niedrigen Wasserstäude auf 
verschiedene Zeiten. 
Die Alpenflüsse werden vorwiegend durch das 
Schmelzwasser der Schneefelder und Gletscher genährt. 
Im Frühling fangen sie an zu steigen und erreichen im 
Juni und Juli zur Zeit der starken Schneeschmelze im 
Gebirge den höchsten Stand; im Winter führen sie 
wenig Wasser. Kurze und starke Hochfluten treten auch 
im Frühling auf, wenn spätgefallener Schnee auf den 
Voralpen unter der Föhnwärme plötzlich zergeht. Im 
Sommer steigen und fallen die Gletscherwasser sogar 
mit dem Wechsel der Tageszeiten. Bäche, die nach der 
Kälte der Nacht wenig Wasser bringen und leicht zu 
überschreiten sind, schwellen tagsüber durch das starke 
Abschmelzen des Eises so an, daß sie unpassierbar werden. 
Die Flüsse der Südschweiz (Tessin, Maggia) haben 
einen nur geringen Anteil au Schnee- und Eisfeldern; 
ihr Wasserstand richtet sich nach den jeweiligen Nieder 
schlagsverhältnissen. Im Sommer sind sie wasserarm; 
unter den heftigen Föhnregen im Heibst und Winter 
schwellen sie fast plötzlich zu gefährlicher Wildheit an. 
Die Maggia fuhrt dem Langensee bei ihrem tiefsten Stand 
wenige m a , zur Zeit der Hochflut dagegen bis 1000 m ' 
Wasser in der Sekunde zu. Tessin und Maggia samt 
ihren Seitenbächen zeigen eine ausfallende Ähnlichkeit 
mit vielen Wasserläufen der Mittelmeerlandschast, die 
im Sommer fast trocken da liegen und unter den 
Winterregen sich mit Wasser anfüllen.
	        
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