Full text: Die Schweiz

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denn hier ganz hinter den Wiesen zurück. Strichweise 
könnte wohl noch mit Erfolg Getreide gebaut werden; aber 
die Industrie hat die Arbeitskräfte an sich gezogen und 
so dem Wiesenbau und der Viehhaltung Vorschub geleistet. 
Der jährliche Körnerertrag wird auf etwa 50 Ertrag und 
Millionen Franken geschätzt. Der Wert des Strohs ® mWv 
macht 30 Millionen Franken aus; es dient vor allem 
zur Einstreu; ein kleiner Teil findet bei der Stroh 
flechterei Verwendung. Die Getreideproduklion vermöchte, 
nach Abzug dessen, was als Viehfutter und Saatgut abgeht, 
die Bevölkerung des Landes im Jahr kaum mehr auf die 
Dauer von 80 Tagen zu ernähren. Wäre nicht die 
Rücksicht auf den Fruchtwechsel und der große Bedarf 
an Stroh als bestes Streuematerial, so hätte unzweifel 
haft der Getreidebau noch mehr an Boden verloren. 
Die Einfuhr von Getreide und Mehl macht (1912) 
213 Millionen Franken aus; daran ist der Weizen 
allein mit 120 Millionen Franken beteiligt. Der Weizen 
stammt zum weitaus größten Teil aus Südrußland, 
Rumänien und Kanada, Hafer und Mehl aus Deutsch 
land. Die Weizensendungen gelangen auf dem See 
wege nach Genna und mit der Gotthardbahn in die 
Schweiz. In neuerer Zeit gehen sie infolge unge 
nügender Transporteinrichtungen in Genua immer häufiger 
über Marseille-Genf oder um Westeuropa herum den 
Rhein aufwärts bis Mannheim, und von hier mit der 
Bahn nach Basel. Der Umstand, daß mehrere Länder 
sich an der Getreidelieferung beteiligen, sichert der Schweiz 
eine große Regelmäßigkeit der Zufuhr; hat das eine Land 
eine Mißernte, so treten die andern in die Lücke. Mit der 
Verkehrserleichterung der Neuzeit ist nicht nur das 
Brot billiger geworden; es bewegen sich auch die Preis 
schwankungen in recht engen Grenzen. 
Kartoffelbau. Der Kartosfelbau ist in der s . artoffc , n 
ganzen Schweiz, vorwiegend aber im westlichen Mittel 
land, verbreitet. Der Ertrag wird zur Volksernährung, 
zur Herstellung von Branntwein, zu einem großen Teil
	        
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