72
tct. Ein beträchtlicher Teil der Baumwoll- und Seidenindu
strie wurde für den italienischen Bedarf nach Italien verlegt.
Förderung der Am Erfolg unseres Landes im Wettkampf mit den
Industrie ersten, von der Natur begünstigten Industrieländern
haben die technische und kaufmännische Tüchtigkeit der
Unternehmer und die Geschicklichkeit der Arbeiter einen
großen 2Xnteis. Die allgemeine Volksbildung ist die
Grundlage guter Leistungen. Zahlreiche Unterrichtsan
stalten vermitteln speziell die Berufsausbildung. So
fördern die Eidgenössische Technische Hochschule und die
übrigen technischen Schulen den Maschinenbau; für Uhr
macher, Sticker, Seidenweber und andere Berufsleute
bestehen besondere Schulen. Nicht wenig kommt der In
dustrie zu statten, daß viele unternehmende Schweizer-
Kaufleute in fernen Ländern als Inhaber von Geschäfts
häusern oder als Agenten, den Absatz der heimischen
Fabrikate fördern und für den vorteilhaften Einkauf der
fremden Rohstoffe besorgt sind.
Wasierkräste Die hohen Kohlenpreise nötigen die schweizerische
Industrie, die Wasserkräfte des Landes in immer stär
kerem Maße auszunützen. War bis dahin die Großin
dustrie hauptsächlich auf das Mittelland beschränkt, so
geht sie jetzt den verfügbaren Wasserkräften nach und
dringt tief in die Täler des Gebirges hinein. Sie ge
winnt ständig an Boden und an Zahl der Arbeiter;
die Schweiz ist zum Industriestaat geworden.
Industriezweige Die größten und für das Erwerbsleben maßgebenden
Fabrikationszweige sind die Stickerei und die Baumwoll
industrie der Ostschweiz, die Seidenindustrie von Zürich
und Basel, die Uhrenmacherei im Jura und der Ma
schinenbau in verschiedenen Orten des Mittellandes.
2. Stickerei.
Ausfuhr Der jährliche Export im Wert von 211 Milt. Fr.
(1912) stellt die Stickerei an die Spitze aller schweize
rischen Industrien. Da als Material meist Baumwolle