Full text : Weltporto-Reform

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führung  des  Welt-Pennyportos,  weil  in  so  vielen  Staaten  eigentlich
bedenklich  hohe  Postüberschüsse  vorhanden  sind.  Nach  Überwindung ­
  der  letzten  Geschäftskrise  dürften  die  Überschüsse
noch  weiter  steigen.
AVie  geringfügig  aber  das  wohlerwogene  Staatsinteresse
daran  sein  kann,  dass  der  Postüberschuss  vollständig  in  der
alten  Höhe  erhalten  bleibt,  und  wie  wenig  die  kleinen  vorübergehenden ­
  Ausfälle  infolge  einer  Weltportoverbilligung  gegenüber
andern  Vorteilen  in  Betracht  kommen,  das  soll  hier  an  einigen
Beispielen  dargetan  werden.
Englands  Welthandel  (Ein-  und  Ausfuhr)  belief  sich
1906  auf  21  799  Millionen  Mark  und  die  dadurch  entstehende
Zolleinnahme  auf  701  Millionen  Mark.  Der  Postüberschuss
aber  stellte  sich  auf  etwa  103,5  Millionen  Mark  (127,8  Millionen
Planken).  AVenn  nun  in  England  das  Pennyporto  fortan  nach
allen  Ländern  der  AVelt  gälte,  so  würde  das  für  die  englische
Post  ohne  A T orausberücksichtigung  der  Verkehrssteigernng  einen
theoretischen  Ausfall  von  etwa  7  Millionen  Mark  a.usmachen
  (vgl.  S.  105  u.  179)  und  der  Überschuss  könnte  von  103 1 /s
auf  9C'/ä  Millionen  Mark  sinken  —  nur  theoretisch,  wohlgemerkt!
Aber  da  der  Briefverkehr  den  Handel  sehr  wesentlich  in
Bewegung  setzt,  Käufer  und  Verkäufer  verbindet,  Geschäfte
vorbereitet  oder  abschliosst,  Schiffe  und  Eisenbahnwagen  mit
AVaren  dirigiert,  Paketsendungen  und  Postanweisungen,  sowie
persönliche  Reisen  veranlasst  und  durch  die  angeregte  Wareneinfuhr ­
  Zolleinnahmen  im  Gefolge  hat,  so  ist  es  wahrscheinlich,
dass  diese  Zolleinnahmen  und  andere  Einnahmen  durch  Steigerung
infolge  der  Portoverbilligung  und  Verkehrszunahme  den  theoretischen ­
  Portoausfall  schnell  wieder  wettmachen  worden.  Tatsächlich ­
  ist  ja  der  Ausfall  infolge  der  Briefverkehrssteigerung  in
AVirklichkeit  auch  fast  nie  so  gross,  wie  die  Rechnung  am
grünen  Tisch.  Dass  diese  Steigerung  aber  keineswegs  den  Verlust ­
  immer  noch  weiter  vermehrt,  wie  behauptet  wird  (S.  291),
soll  unten  gezeigt  werden  (S.  163  ff.,  167  u.  174  ff.).
Der  deutsche  Welthandel  betrug  (1906)  15  555  Millionen ­
  Mark  (1907  17  Milliarden),  die  Zolleinnahmen  (1908)
667  Millionen,  der  Postüberschuss  der  Deutschen  Reichspost  für
1909  macht  nach  dem  Postetat  99,3  Millionen  Mark.  Aller-  (S.  115j
            
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