Full text : Weltporto-Reform

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münze  bloss  für  gewisse  Dinge  des  Weltverkehrs  einiger  Länder
beginnend  nnd  erst  viel  später  auch  auf  die  Innern  Verhältnisse
und  andere  Länder  übergehend,  so  würde  natürlich  von  gewaltsamen, ­
  plötzlichen  und  nachteiligen  Eingriffen  in  bestehende
Zustände,  ohne  die  Möglichkeit  der  Anpassung,  keine  Rede  sein.
Der  grosszügige  Verkehr,  das  die  ganze  AVelt  umflutende  Geld
und  Kapital,  verlangen  nach  einer  einheitlichen  allgemeinverständlichen ­
  praktischen  Münzsprache 8 ).  „Eine  Weltmünze“,
8 )  Aus  der  deutschen  Literatur  über  die  Idee  einer  Weltmünze
möchte  ich  nur  einige  Schriften,  die  mir  aufgestossen  sind,  erwähnen.  In
den  Volkswirtschaftlichen  Abhandlungen  von  Aug.  Eggers  (4  Hefte,  Bremen,
C.  E.  Müller  1871)  wird  der  Gedanke  einer  internationalen,  auf  dem
metrischen  Gramm  -  Gewicht  basierenden  Münze  lebhaft  vertreten,  doch
empfieht  er  merkwürdiger  Weise  nicht  1  g  Gold  als  Hauptmasseinheit,
sondern  um  verschiedenen  bestehenden  anderen  Geldeinheiten  im  Verhältnis
möglichst  nahe  zu  kommen,  das  Gewicht  von  1 1 / 2  g,  den  1  V-j-Granim-Taler
(zu  100  Neukrenzern)  oder  Wilhelmstaler,  wie  er  ihn  nennen  will,  der  dem
o-Frankenstück,  4  Schillingen  und  einem  Dollar  etwa  gleiohkomme  und
dasselbe  wie  der  alte  Reichsspeziesthaler  sei.
Seine  erwähnten,  zum  Teil  recht  polemischen  Schriften  über  diese
Frage  sind  folgende  (Heft  I):  „Zur  Münzfrage“;  (Heft  III):  „Zur
Münz-  und  Banknotenfrage“  und  „Die  Geldreform“.  Aus  letzterer
auch  ein  Separatabdruck:  „Die  Weltmünze“  (Berlin  1873,  Puttkamer  &
Mühlbrecht.  10  Seiten).  Eggers  bekämpfte  damals  auch  die  neue  Mark-Einheit.

Die  Vorzüge  einer  internationalen  Münze  fasste  er  im  Heft  III  „Zur
Münz-  und  Banknotenfrage“  (S.  4  ff.)  folgendermassen  kurz  zusammen:
„Jeder  Mensch  kommt  mit  den  Münzen  anderer  Länder  in  Berührung;
der  Landwirt  für  sein  Getreide  und  andere  Erzeugnisse  durch  das
leichtere  Verständnis  der  fremden  Märkte  bei  einer  Weltmünze;  die  Wirte
durch  vermehrten  Reiseverkehr,  welcher  auch  dem  Handwerker,
Kleinhändler  und  Arbeiter  neue  Nahrungsquellen  eröffnet;  die  Eisenbahnen, ­
  Kanäle  und  andere  Transportwege  durch  vergrössertes
Verkehrsvolumen;  der  Gelehrte  für  seine  wissenschaftlichen  Arbeiten;  die
Hausfrau,  wenn  sie  die  Preise  der  fremden  Länder  mit  denen  ihres  eigenen
vergleichen  will;  der  Beamte  mit  seinen  Kassen;  der  Advokat,  wenn  er
Gold  anlegen  und  die  Wertpapiere  vergleichen  muss;  der  Staatsmann,
wenn  er  für  gut  findet,  die  Ansichten  der  Börsen  über  ein  bestimmtes
Staatspapier  an  seiner  Fluktuation  zu  konsultieren;  der  Finanzmann,
wenn  er  an  einer  fremden  Börse  eine  Anleibe  kontrahieren  will.  Und
namentlich  ist  es  der  Staat,  zu  dessen  Gunsten  das  grössere  Gedeihen  des
Einzelnen  die  Stenerkraft  des  Landes  erhöht.  Bei  verschiedenen
Münzsystemen  verliert  jeder  nicht  bloss  durch  Vergeudung  von  Kraft
            
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