Full text: Weltporto-Reform

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Wegen dex - zerstreuten Lage seiner Reichsteile in drei Weltteilen 
rechne ich die Türkei hier auch zu den Kolonialreichen. 
Das türkische Inlandsporto (dem Weltporto gleich): 
Briefe: je 15 g 1 Piaster = nominell 18,44 Pf., Silbei'piaster minderwertig; 
Postkarten: 20 Para (Vs Piastex-) = 9,22 Pf.; Drucksachen, Waren 
proben, Geschäftspapiere: 10 Para ('/ 4 Piaster) = 4,61 Pf. für je 75 g 
zwischen Küstenorten und 50 g zwischen Postoi'ten des Innern. 
Weltporto: 
Einfache Briefe: 1 Piaster = 40 Para (18,44 Pf.); Postkarten: Vs Piaster 
= 20 Para (9,22 Pf.); Drucksachen: V 4 Piaster = 10 Para (4,61 Pf.) 
je 50 g. 
Auch in der Türkei ist das inländische Poi’to ungewöhnlich hoch, 
nämlich dem Weltporto gleich, und wird zweifellos bald reformiert werden 
müssen, zumal jetzt, wo im Auslands verkehr vieler anderer Länder schon 
das Pennyporto (8Vs Pf-) gilt. 
1 türk. Pfund (100 Goldpiaster) = 18,44 M; 1 Piaster = 40 Para 
= 18,4 Pf.; 1 Sllhermedschidie = 19 Goldpiaster (gesetzlich) = 3,40 M. 
1 türk. Pfund demnach 105,26 Piaster in Silhermedschidie. 1 Silherpiaster 
= 17,5 Pf. In Kleinasien und Afrika minderwertige Silherpiaster. 
Durch Tripolis und Albanien steht die Türkei im Postveieins- 
verhältnis mit Frankreich xuxd Italien (vgl. S. 277, 278). 
D. Postvereine entfernter fremder 
Überseeischer Länder (Ueberseepostvereine). 
Nachdem wir zuerst die Nachbar-Postvereine sowie die 
Drenzbezirks-Postvereine angrenzender Länder und dann 
die Postvereine der Kolonialreiche mit ihren weit zerstreuten 
Schutzgebieten betrachtet haben, bei denen die postalische Ein 
heit als Correlat der Reichseinheit gewissermassen natürlich er 
scheint, wollen wir jetzt viertens die Postvereine ent 
fernter, selbständiger, fremder Länder, insbesondere über 
seeischer d. h. durch Meeresteile, Meere oder weite 
Ozeane getrennter Staaten betrachten. Auch hier ist die 
Entwickelung der letzten Zeit schneller vorwärts geeilt, als man 
selbst in fachmännischen und amtlichen Kreisen noch vor kurzem 
glaubte. Die halbamtliche „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ ein 
gut unterrichtetes und reichhaltiges Postfachblatt, hielt noch 
1899, wie schon oben erwähnt (S.249), Postvereine mit ermässigten 
Brieftaxen „zwischen entfernt von einander liegenden, völlig 
selbständige Wirtschaftsgebiete bildenden Ländern“ in „naher
	        
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