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III.
Der gegenwärtige Stand des Lokal-
und Mittelbankwesens.
L Die Gesellschaftsform und die innere Organisation.
Wenn auch, wie wir im vorigen Abschnitt zu konstatieren Gelegenheit
hatten, viele der heutigen Lokal- und Mittelbanken als Genossenschaften,
ja als blosse Garantievereine gegründet wurden, so hat sich das im Laufe
der Jahrzehnte, entsprechend der zunehmenden Bedeutung der Aktien
gesellschaft als Organisationsform auf fast allen Gebieten, geändert. Tat
sächlich bildet die Genossenschaftsform mit kündbaren Stammanteilen
für Banken, speziell für kleinere Institute, eine gewisse Gefahr. Machen es
die Verhältnisse, etwa aussergewöhnliche Verluste, unmöglich, eine den all
gemeinen Zinsverhältnissen entsprechende Dividende auszurichten, so kann
das leicht zu einer Flucht der Genossenschafter führen. Dadurch wird nicht
nur die Lage der Genossenschaft selber infolge Kapitalverminderung eine
ungünstigere, sondern es verlieren auch die Gläubiger der Bank einen Teil
des Garantiekapitals. Allerdings suchen die genossenschaftlich organisierten
Institute einer solchen Schwächung durch längere Kündigungsfristen,
eventuell vorläufige Sistierung der Auszahlung des Stammguthabens vor
zubeugen. Trotzdem ist wohl im allgemeinen daran festzuhalten, dass die
Aktiengesellschaft für den Bestand eines Bankinstitutes grössere Garan
tien zu bieten vermag. Heute sind von den 83 pro 31. Dezember 1912 be
rücksichtigten Banken nur noch acht Genossenschaften, alle andern haben
die Form der Aktiengesellschaft. Und zwar kommen auf die folgenden
Grössengruppen:
I bis Fr. 500,000 Kapital: 2 Genossenschaften und 20 A.-G.;
II Fr. 500,001 — 1,000,000 „ — „ „ 20 „
III „ 1,000,001-5,000,000 „ 6 „ „ 27 „
IV über Fr. 5,000,000 „ — ,, „8
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