WIE UND WANN WIRKT UND WIRBT DAS PLAKAT 8317
ihn wechseln zu können. Was die Väter vorher bedenken
inüssen.
Nicht minder wichtig wie die Größenverhältnisse ist das zur
Verwendung kommende Material. Vom Plakat erwartet man
ein längeres Leben. Mindestens muß es, wenn €s ein Kurort-
plakat ist, die Saison überdauern können, für die es werben
soll. Also vielleicht ein Frühjahrsplakat, oder eines für die
Traubenkur usw. usw. Je kräftiger und solider der Karton oder
das Papier ist, desto besser. Vorteilhaft ist es, die Plakate
„gebrauchsfertig‘“ zu liefern, also so, daß sie sofort und bequem
aufgehängt werden können. Je bequemer man es den Stellen
macht, die für den Aushang in Frage kommen, desto mehr
verbessert man die Chancen dieses Werbers.
Das Wesen des Plakates erschwert es, Lehrmaterial und
Muster beizugeben. Das praktische Leben liefert die besten
Beispiele. Ich empfehle den Interessenten, die Anschlagsäulen
usw., dann aber auch die schon zitierten Reklame-Zeitschriften
aufmerksam zu studieren, bevor sie ein neues Plakat in Auftrag
geben. Es kann nützlich werden, weil man dann vielleicht in
der Lage sein wird, den Künstlern Anregungen und Ideen zu
geben, die sie bei ihren Entwürfen verwenden können. Handelt
e8 sich um Plakate für Städte oder Kurorte von bestimmter
Eigenart, so verpflichte man die Künstler, diese charak-
teristischen Züge im Plakat zu verwerten. In den Bildern gebe
ich ein paar Beispiele wieder, worin diese Frage, meiner
Ansicht nach, glücklich gelöst wurde. Leider geht bei der
Wiedergabe im Schwarzdruck der größte Reiz und die stärkste
Wirkung des Plakates, die Farbenfreudigkeit, verloren. Diese
muß man sich dazu denken können, erst dann werden die
Muster richtig zum Beschauer reden.
_Ausführlichere Erläuterungen zu den Beispielen sind nicht
nötig. Sie müssen für sich selbst sprechen, sonst wären es keine
richtigen Plakate. Zu dem Dresdner Bild, eigentlich kein Plakat,
sondern eine kleine Plakette, sei kurz bemerkt: An ihm scheint
Mir sein größter Vorzug, daß es in glücklichster Weise auf
„Stimmungsmache‘“ ausgeht. Dresden zehrt noch heute vom
Ruhme und von den überreichen Schöpfungen seines kunst-
Mnnigsten Fürsten, August des Starken. Sie haben in erster
Linie, neben der landschaftlich reizvollen Lage, dazu bei-
Setragen, daß die Stadt schon seit mehr als einem Jahrhundert
das Ziel reicher internationaler Globetrotter wurde. Das kommt