Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

216  XVIII.  Was  für  Tarife  würde  ich  aufstellen,

nommen,  auf  Abgabenfreiheit  heraus.  Die  Vereinigten  Staaten
haben  eine  große  Macht  dadurch  in  der  Hand,  daß  sie  für  über
120  Millionen  Dollar  Zucker  jährlich  verbrauchen;  dieser  Zucker
wird  hauptsächlich  von  unseren  südamerikanischen  Schwesterrepubliken ­
  eingeführt,  teilweise  aber  auch  aus  Cuba.  Diese  Tatsache
sollte  weise  benutzt  werden,  um  uns  zu  den  Märkten  dieser  Länder
einen  leichteren  Zutritt  zu  verschaffen  als  anderen  Nationen.  Eine
Prämie  auf  heimisch  gewonnenen  Zucker  würde  für  kurze  Zeit  in
dem  neuen  Tarif  in  Ansatz  gebracht  werden,  mit  der  Hoffnung,
daß  unser  Land  es  zu  guter  Letzt  dahin  bringen  möge,  seinen
eigenen  Zuckerbedarf  zu  erzeugen.  Die  Versuche  mit  der  Zuckerrübe ­
  und  Sorghum  sollten  nicht  eingestellt  werden.
Die  Politik  der  Gegenseitigkeit  müßte  in  weitestem  Umfange
aufgenommen  werden.  Die  Zunahme  der  Ausfuhr  in  diesen  Artikeln ­
  zu  den  Ländern  mit  Gegenseitigkeitsverträgen  beweist,  daßi
Herr  Blaine  recht  hatte,  mit  der  Behauptung,  wir  würden  bei
diesem  System,  richtig  gehandhabt,  die  beste  Gelegenheit  haben,
unserem  Lande  ausländischen  Handel  zuzuführen,  welcher  uns
durch  nichts  anderes  gesichert  werden  kann.  Ich  vertraue  einer
Maßregel,  welche  von  Ländern,  denen  wir  unsere  Märkte  für
Zuckermelasse  und  Tabak  öffnen,  Gegendienste  verlangt.  Obgleich
ich  im  allgemeinen  ein  Gegner  aller  Abgaben  auf  Nahrungsstoffe
bin,  sowie  auf  alles,  was  dem  Volke  notwendig  ist,  würde  ich  doch
mit  Rücksicht  auf  die  Produkte  Kanadas  eine  Ausnahme  machen
und  zwar  ohne  jede  Rücksicht  auf  die  Doktrinen  des  Freihandels
und  des  Schutzzolles,  einzig  und  allein  von  großen  staatsmännischen
  Gesichtspunkten  aus.  Ich  glaube,  wir  zeigen  zu  wenig
patriotische  Einsicht,  wenn  wir  einem  Lande,  welches  einer  fremden, ­
  auf  monarchischen  Institutionen  aufgebauten  Macht  unterworfen ­
  ist  —  einer  Macht,  die  im  Innersten  ihres  Herzens  für
alle  Zeit,  die  republikanische  Idee  verabscheuen  wird  —  besondere
handelspolitische  Vorteile  gewähren.  Wenn  Kanada  ein  freies  unabhängiges ­
  Land  wäre  und  sein  Geschick  mit  dem  Geschick  unseres
Kontinents  in  die  Wagschäle  werfen  würde,  dann  wäre  es  etwas
anderes.  Solange  es  aber  als  ein  möglicher  Feind  an  unserer
Flanke  bleibt  —  nicht  durch  seinen  eigenen  Willen,  sondern  weil
es  den  Befehlen  einer  europäischen  Macht  unterworfen  ist,  solange
            
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