fullscreen : Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

257

E.  Jüngst,  Die  Knappschaftskassen.

Die  Einnahmen  der  Knappschaftsvereine.

Jahr

Preußen

Deutschland

insgesamt
Mk.

insgesamt
Mk.

auf  1  Mitgl.
Mk.

1891

28  301  608

33  618  863

72

1392

29  123  847

33  568  522

71

1893

29  792  484

35  472  088

75

1894

80  457  197

36  219  972

76

1895

31  064  175

37  209  408

77

1896

82  557  216

37  786  011

75

1897

34  840  509

40  245  550

76

1898

37  214  981

43  061085

77

1899

42  171  416

47  709  702

81

1900

48  677  048

55  122  415

86

1901

53110  556

60  227  466

88

1902

53408  623

60  508  914

90

1903

58  287  025

65  636  151

94

1904

60  592  491

68  071  936

95

1905

63  649  774

71  103  465

98

1906

70  119  236

78431859  .

102

1907

76  537  318

86  171  133

104

1908

104  778  257

114  849  693

125

1909

107  159  304

117  584383

126

1910

110  465  949

122  322  820

129

des  auf  ein  Mitglied  entfallenden  Einnahniebetrages  von  72  auf  129  Mk.
oder  um  57  Mk.  =  79,17  °/o  In  die  Augen  fällt  die  starke  Steigerung
der  Einnahnien  in  den  letzten  drei  Jahren.  Von  1907  auf  1908  hoben
sie  sich  allein  um  29  Mill.  Mk.  Dies  hängt  zusammen  mit  dem  preußischen ­
  Knappschaftsgesetz  vom  19.  Juni  1906.  Während  nach  §  174  ABG.
die  Beiträge  der  Werksbesitzer  nur  mindestens  die  Hälfte  der  Beiträge
der  Arbeiter  auszumachen  brauchten  —  tatsächlich  aber  bezahlten  die
Werksbesitzer  in  den  meisten  Vereinen  mehr  als  den  gesetzlichen  Mindestbetrag ­
  —,  legte  ihnen  die  erwähnte  Novelle  von  1906,  die  1908  in
Kraft  trat,  gegenüber  der  Kranken-  und  der  Pensionskasse  die  Zahlung
der  gleichen  Beiträge  auf,  die  die  beitrittspflichtigen  Mitglieder  leisteten.
Noch  einschneidender  in  ihrer  Wirkung  auf  die  Höhe  der  Beiträge  war
die  folgende  Bestimmung  der  Novelle:  Die  Höhe  der  Beiträge  zur  Pensionskasse ­
  ist  derart  zu  bemessen,  daß  sie  unter  Hinzurechnung  der  etwaigen
weiteren  Einnahmen  der  Kasse  und  unter  Berücksichtigung  aller  sonstigen
sür  die  Leistungsfähigkeit  des  Knappschaftsvereins  in  Betracht  kommenden
Umstände  die  dauernde  Erfüllbarkeit  der  Pensionskassenleistungen  ermöglichen ­
  (§  175  c).  Nach  dem  diese  gesetzliche  Bestimmung  erläuternden
Ministerialerlaß  vom  17.  Januar  1907  schließt  sie  zum  mindesten  die
Forderung  in  sich,  einmal  die  bereits  vorhandene  ungedeckte  Last  zu  ver-Schriften
  137.  IV.  l7
            
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