Die Organisation des britischen Weltreichs.
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Flotten bauen, ist kein Raum mehr für ein solches Verhältnis vorhanden.
Eine Kriegsgemeinschaft gleichberechtigter Nationen ist ein
engeres Band äls eine Reihe Meistbegünstigungsverträge. Sie bedingt
eine gemeinsame Organisation, deren Schaffung eine Zollgemeinschaft
erleichtern mag, die aber auch ohne eine solche möglich ist.
Der deutsche Zollverein, der so häufig angeführt wird, ist gewiß der
Vorläufer des Deutschen Reiches gewesen; lange bevor er begründet
war, bildeten jedoch die deutschen Staaten einen politischen Bund.
Wenn dessen politische Organisation schwerfällig war, so lag das
nicht in erster Linie an Zolltarifen, sondern an der dynastischen Zersplitterung
Deutschlands, die in dem einem einzigen Souverän unterstehenden
britischen Reich kein Gegenstück findet.
IX.
Diese politische Organisation des britischen Reiches beginnt bereits
in ihren Grundzügen deutlich zu werden. Die treibende Kraft
ist das Bewußtsein gemeinsamer Gefahren, das in den aufstrebenden
Tochtervölkern das ßefühl der politischen Zusammengehörigkeit
erstarken läßt. Mitte der achtziger Jahre hatte eine Anzahl internationaler
Schwierigkeiten der einen Zusammenschluß von Mutterland
und Kolonien betreibenden «Imperial Federation League» Gelegenheit
zu besonders tatkräftiger Agitation geboten. Die Reichsregierung
benutzte die so geschaffene Stimmung und berief 1887
eine koloniale Konferenz nach London ein. Die Konferenz sollte
bloß beratend sein; sie sollte in erster Linie die Frage der Reichsverteidigung
und die Frage der wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen
zwischen den einzelnen Reichsteilen erörtern. Dagegen
war die Besprechung einer Reichsverfassung auf Wunsch australischer
Kolonien ausdrücklich von der Tagesordnung ferngehalten
worden. An der Konferenz nahmen Vertreter des Mutterlandes, die
Vertreter von 11 Kolonien mit Selbstverwaltung und von 23 Kronkolonien
teil. Da Indien nicht vertreten war, wurde die Konferenz
als «koloniale Konferenz», nicht als «Reichskonferenz» bezeichnet.
Eine Anzahl wichtiger Fragen wurde besprochen, darunter auch
die oben bereits erwähnte Frage eines Reichszollvereins; ein Abkommen
wurde genehmigt, das gegen Gewährung eines Flottenbeitrags
von Australien eine Verstärkung des australischen Geschwaders
vorsah.