Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

—  ig6  —
Magdeburg  ein  Bergwerksprivilegium  aus 1 .  Die  aquae  salsae  waren
dem  Erzstifte  schon  früher  verliehen  worden 1  2  3 .
Am  folgenden  Tage  verlieh  derselbe  Kaiser  den  Grafen  von
Henneberg;
„omnes  argentifodinas  et  tarn  alia  quecunque  metalla  seu  saline
fuerint  in  terra  sua  a  modo  reperte,  ut  eas  ad  usum  suum  convertat
et  tarn  ipsi,  quam  sui  heredes,  sicut  ad  imperium  et  nos  spectaret,
cum  universis  proventibus  suis  jure  feodali  teneant  et  possideant.“
(S.  schon  oben  §  22.)
Der  im  Jahre  1216 8  abgefaßte  Bergbrief  des  Abtes  Gottfried  von
Admont  ist  als  mit  dem  Vorhandensein  des  Bergregals  in  Übereinstimmung ­
  befindlich  bereits  früher  416  erwähnt  und  besprochen  worden.
Auch  daß  der  Herzog  Friedrich  II.  von  Steiermark  und  Österreich
am  14.  Juni  1217  4  *  zu  Gunsten  des  Klosters  Lilienfeld  verfügen  konnte,
ist  bereits  zu  der  Seckauer  Urkunde  vom  Jahre  1182  erklärt  worden.
Am  29.  Dezember  1217 6  stellte  Kaiser  Friedrich  II.  nochmals  eine
Bergregal  Verleihung  für  Brixen  aus:
„in  ecclesia  Brixinensi  concedimus  et  donamus  omnesque  fodinas
metallorum  et  salis  quae  in  eo  sunt  episcopatu  et  de  cetera  possunt
reperiri,  cum  omnibus  justiciis  et  pertinentiis  suis  possidendas  et
tenendas.  “
Die  Verleihung  unterscheidet  sich  von  der  desselben  Kaisers  aus
dem  Jahre  1214,  daß  in  ihr  der  Anspruch  auf  die  Hälfte  der  Einkünfte
vom  Kaiser  nicht  wiederholt  wird.
In  das  Jahr  1218  fällt  der  Krieg  zwischen  Kaiser  Friedrich  II.
und  dem  Markgrafen  Dietrich  von  Meißen  wegen  den  Freiberger
Silbergruben.  Hüllmann 8  meint,  daß  der  Markgraf  „nach  dem  Geiste
des  Altdeutschen  Staatsrechtes  verfuhr",  indem  er  die  Ansprüche  des
Kaisers  auf  jene  Bergwerke  zurückwies.  Nach  diesem  Geiste,  wie
Hüllmann  ihn  versteht,  waren  die  Bergwerke  Ausfluß  der  Grundherrlichkeit ­
 7 .  Nun  leiteten  die  Markgrafen  aber  ihr  Recht  an  den  Bergwerken,
1  Huillard-Breholles,  Historia  Diplomatica  Friderici  Secundi,  Parisis  1852,
tom.  I  pars  I  p.  461.
s  Dreyhaupt  I  14,  20;  oben  S.  129  a.  a.  O.
3  Wagner,  Corpus  juris  Metallici  S.  31,  32.
4  Meiller,  Regesten  der  Markgrafen  Österreichs,  Wien  1850,  S.  147.
c  Huillard-Breholles  I  p.  526  seq.
6  Geschichte  des  Ursprungs  der  Regalien  S.  75.
7  Seite  62  ff.
            
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