Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Ecclesie  Moguntine  in  quo  Argenti  fossio  est  reperta
concessimus,  antiqua  privilegiis  imitantes,  in  quibus  Regalis  Largitas
ejusdem  Ecclesie  episcopis  concessit  in  fundis  Episcopatus  omnia
inventa  et  invenienda.“
Die  Urkunde 1  Kaiser  Friedrichs  II.  vom  23.  März  1222  wurde
durch  folgenden  Hergang  veranlaßt.  Die  Markgrafen  von  Meißen
übten,  „soweit  das  Fürstentum  reichte“,  wie  das  Freiberger  Bergrecht
sagt,  das  Bergregal  aus.  Als  sie  es  auch  auf  den  Besitzungen  der
Bischöfe  von  Meißen  zur  Anwendung  brachten,  wandten  sich  diese
Beschwerde  führend  an  den  Kaiser,  welcher  darauf  an  die  Markgräfin 1  2
von  Meißen  und  deren  Ehemann,  den  Landgrafen  von  Thüringen,
nachstehendes  Schreiben  richtete;
„Fidelis  Misnensis  episcopi  principis  nostri  gravem
accepimus  quaestionem,  quod  quasdam  foveas  argentinas  et  decimas
pertinentes  ad  illas  sitas  in  territoriis  episcopatus  sui  et  ei  ac
ecclesie  libere  pertinentes  occupatis  utpote  violenter  et  vestris
usibus  vendicatis,  alias  in  quibusdam  bonis  ecclesie  sue  graves
existentes  eidem.  Quia  vero  illa  specialiter  nostre  pertinent
majestati  et  nos  tueri  teneamur  volumus  et  precipiendo
mandamus,  ut  quod  episcopi  est,  et  ecclesie  perdnet  antedicte,
eis  libere  relinquatis.  “
Im  März  1226 3  erteilte  Friedrich  II.  dem  deutschen  Orden  das
Bergregal  im  Lande  Kulm,  in  dem  ihnen  vom  Herzog  Massoviens
versprochenen,  wie  in  den  von  ihnen  zu  erobernden  preußischen  Landen.
Eine  gleiche  Verleihung  für  einen  anderen  Ritterorden 4  5  vom  Mai
desselben  Jahres  ist  bereits  früher  besprochen  worden.
Von  der  Aufzählung  weiterer  kaiserlicher  Verleihungen  darf  nunmehr ­
  Abstand  genommen  werden.  Es  sollen  nur  noch  Urkunden
erwähnt  werden,  die  nicht  vom  Kaiser  ausgestellt  sind.
Aus  einer  Urkunde 6  vom  Jahre  1227  ergibt  sich,  daß  der  Herzog
Schlesiens  einen  Goldzehnten  in  Anspruch  nahm.  Die  Herzoge  hatten
aber  alle  Regalien  oder  Dukalien  in  ihrem  Herzogtum,  wie  schon  bei

1  Huillard-Brdholles  II,  1  p.  231.
2  Diese  Markgräfin  scheint  mir  die  Fürstin  zu  sein,  von  welcher  im  Freiberger ­
  Bergrechte  gesprochen  wird.
3  Huillard-Brdholles  II,  1  p.  549  seq.
*  Daselbst  II,  1  p.  583  seq.
5  Stenzei,  Urkunden  zur  Geschichte  des  Bistums  Breslau  im  Mittelalter,
Breslau  1845,  No.  i.
            
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