Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

Besprechung der schlesischen Bergordnung 
dürfte. 
Eine fernere Urkunde vom Jahre 
Premysl Ottokar I. von Böhmen das Bergregal ausübte, ein Umstand, 
der schon bei Erörterung der böhmisch-mährischen Bergwerke erklärt 
worden ist. 
Im Jahre 1230 1 2 schlossen Konrad von Massovien und der deutsche 
Orden einen Bund. Es wird dabei bemerkt, daß dem letzteren auf 
den ihm von ersterem abgetretenen Gebieten auch „aurum sive argen- 
tum vel alia quaecunque species aeris vel metallorum et gemmarum, fon- 
tes vel venae salis“ zustehen sollten. Dies rechtfertigt sich dadurch, 
daß Kaiser Friedrich II. im Jahre 1226 auch auf den Gebieten, welche 
der Herzog Konrad von Massovien dem Orden übergeben würde, diesem 
alle Bergwerke verliehen hatte 3 4 * . 
Aus dem Jahre 1232 ist die Kulmische Handveste. Der deutsche 
Orden konnte sich die Erze und das Salz Vorbehalten, weil ihm Kaiser 
Friedrich II. sechs Jahre zuvor das Bergregal im Kulmischen Lande 
verliehen hatte. 
Zwei Urkunden aus den Jahren 1234 und 1236 1 zeigen den Mähren 
herzog als im Besitze des Bergregals befindlich. 
v. Sperges teilt in seiner Tyrolischen Bergwerksgeschichte (S. 49) 
mit, daß das mächtige Geschlecht der Herren von Matsch (de Macio) 
im Jahre 1239 auch Metallgruben besessen haben. Wie sie in deren 
Besitz gelangt sind, hat v. Sperges nicht ermittelt; doch zweifelt er 
nicht daran, daß sich ihre Rechte an den Bergwerken auf den Kaiser 
zurückführen, und mit Recht; denn wenn die Bischöfe in Tyrol der 
kaiserlichen Verleihung bedurften, so darf man dies auch von den 
Edelleuten dieser Gegend annehmen. 
In einer Urkunde 6 vom Jahre 1241 verfügte Herzog Miesko von 
Oppeln über den Goldzehnten. Wenn Böhlau p. 14 hierin eine Usur 
pation insofern erblickt, als dem Herzoge keine kaiserliche Verleihung 
zur Seite stand, so dürfte demgegenüber darauf hinzuweisen sein, daß 
die schlesischen Herzoge einer solchen Verleihung nicht bedurft haben 
(oben § 15). 
1 Sternbergs Urkundenbuch No. 4 S. 7 ff. 
2 Steinbeck, Geschichte des schlesischen Bergbaues S. 77. 
8 Huillard-Breholles II, 1 p. 549. 
4 Sternbergs Urkundenbuch No. 5 und 6 S. 8, 9. 
6 Stenzeis Urkunden No. 2 S. 3. 
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