Full text : Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns

Die  Handelspolitik  und  Handelsbilanz  Österreich-Ungams.

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satz  hiezu  zeigt  der  Export  von  Waren  aus  unedlen  Metallen  —
hauptsächlich  Gablonzer  und  Berndorfer  Metallwaren  —  eine  Steigerung, ­
  die  unser  Aktivum  um  ungefähr  16  Millionen  vergrößert  hat.
Die  Maschinenausfuhr  ist  nur  um  8  Millionen,  die  Einfuhr  dagegen
um  65  Millionen  größer  geworden. 6 )  Ist  nun  an  und  für  sich
der  steigende  Bedarf  an  Maschinen  ein  günstiges  Symptom,  so
beweist  doch  die  Tatsache,  daß  viele  Zweige  der  inländischen
Maschinenindustrie  an  der  Deckung  des  größeren  Bedarfes  zu
wenig  beteiligt  sind,  die  nicht  entsprechende  Entwicklung  der
inländischen  Maschinenindustrie.  Unsere  Zölle  auf  Eisenwaren
und  Maschinen  stehen  nicht  im  richtigen  Verhältnis  zu  den  Zöllen
auf  die  Halbfabrikate  aus  Eisen.  Das  Passivum  unseres  Verkehres ­
  in  Instrumenten  ist  um  23  Millionen  größer  geworden. 7 )
In  chemischen  Produkten  hat  sich  die  Einfuhr  von  25  auf  34,
die  Ausfuhr  von  18  nur  auf  20  Millionen  erhöht.  Dagegen  ist
die  Petroleumraffinerie  im  letzten  Dezennium  eine  unserer  wichtigsten ­
  Exportindustrien  geworden;  sie  führte  im  Jahre  1900  um  7,
im  Jahre  1910  um  55  Millionen  Kronen  Waren  aus,  wobei  sie
aber  von  der  schwankenden  Rohölgewinnung  abhängig  und  durch
den  Kampf  mit  dem  Standard  Oil  Trust  behindert  ist. 8 )
Der  Absatz  unserer  Glaswaren  im  Auslande  ist  in  kräftigem
Aufschwung,  der  der  Porzellanwaren  in  langsamer  Entwicklung.
Die  Holzwarenindustrie  (Bugholzmöbel)  verzeichnet  Fortschritte.
Das  Aktivum  der  Lederwaren  ist  gesunken,  was  auf  die  verringerte ­
  Konkurrenzfähigkeit  unserer  Schuhwarenindustrie  —  Über-•)

  Die  Einfuhr  von  Maschinen,  inklusive  der  elektrischen  Maschinen,  aber
mit  Ausschluß  der  elektrischen  Bedarfsgegenstände,  betrug  in  den  Jahren  1900
bis  1910:  52'6,  431,  44  8,  49’2,  531,  63  9,  103  6,  1118,  99  7,  117'6  Millionen
Kronen;  die  Ausfuhr  32  8,  29'4,  207,  24  2,  271,  32  5,  40'4,  36.3,  441  405  Millionen ­
  Kronen.  Dazu  kommt  die  12  bis  20  Millionen  betragende  Ausfuhr  im
Veredlungsverkehr.
*)  Die  (exklusive  Uhren)  40  Millionen  betragende  Einfuhr  des  Jahres  1910
enthält  u.  a.:  Chirurgische  Instrumente  2,  wissenschaftliche  Instrumente  4,
optische  Instrumente  4,  Sprechmaschinen  9,  Schreibmaschinen  6,  Klaviere  und
Mechaniken  3  Millionen  Kronen.
8 )  Ausfuhr  im  Jahre  1910:  Petroleum  14  4,  Benzin  6  2,  Schmieröle  9  4,
andere  Mineralöle  3'8,  Paraffin  21  Millionen  Kronen.
            
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