Contents: Warum reisen Arbeiterdelegationen nach Sowjetrußland?

immer. dabei, jemand „zu schützen‘, bald China oder .[Indien, danır 
wieder Marokko, Syrien usw. Warum sollten sich also die sozial- 
demokratischen Menschenfreunde nicht in derselben Weise des Kau- 
kasus und dann ganz Rußlands annehmen?! Die Erregung unter den 
Arbeitern war aber so stark, daß selbst während des Bürgerkrieges 
und der Landung ausländischer Truppen in Sowjetrußland die sozial- 
demokratischen Parteien, die 2. und die Amsterdamer Internationale 
schließlich gezwungen wurden, wenn auch nur formell, gegen die 
Truppenlandungen im Arbeiter- und Bauernstaate Stellung zu nehmen. 
Das allein beweist schon das wachsende Interesse, die Sympathie der 
Massen für Sowjetrußland trotz der Lügenkampagne. Die Massen 
forderten von ihren Führern eine freundschaftliche Haltung der kommu- 
nistischen Revolution gegenüber. 
Als die ersten Nachrichten über die Oktoberrevolution im Aus- 
lande bekannt wurden, entbrannte in sämtlichen sozialdemokratischen 
Parteien und reformistischen Gewerkschaften ein heftiger, innerer 
Kampf für und gegen die Oktoberrevolution. Die Arbeiterbewegung 
spaltete sich in einen rechten und linken Flügel. Um Sowjetrußland, 
seinen Aufbau und seine Errungenschaften tobte und tobt der Kampf 
der Meinungen in der Arbeiterklasse aller kapitalistischen Länder. Alle 
Ereignisse stehen unter dem Einflusse der Geschehnisse in Rußland, 
Die Arbeiter und ihre Führer, die für die Sowjetunion Partei nahmen 
und nehmen, kämpfen im Grunde genommen gleichzeitig auch für 
eine linke Politik in ihrem eigenen Lande, während die Arbeiterführer, 
die sich gegen Sowjetrußland erklärten und erklären, damit zu Lakaien 
der Bourgeoisie herabsinken. 
Welche Tatsachen haben nun den größten Eindruck auf die 
Arbeitermassen gemacht? 1. Das Weiterbestehen der russischen Revo- 
lution, obwohl die Sozialdemokraten unermüdlich immer wieder ihr 
Ende voraussagten; 2. die fruchtlosen Versuche der internationalen 
Bourgeoisie, gemeinsam mit der russischen Konterrevolution den Wider- 
stand der werktätigen Massen Sowjetrußlands zu brechen; 3. der fried- 
liche Aufbau nach Beendigung des Bürgerkrieges und das rasche wirt- 
schaftliche Erstarken der USSR.; 4. die Anerkennung der USSR. durch 
die bürgerlichen Regierungen, die nichts anderes war als ein Bekenntnis 
der Ohnmacht der bürgerlichen Welt. Diese Tatsachen waren so ein- 
leuchtend und verständlich, daß die sozialdemokratischen Arbeiter 
den Prophezeiungen über die Sowjetunion größtes Mißtrauen ent- 
gegenbrachten, den Pressemeldungen und den Schriften über Sowjet- 
rußland nicht mehr Glauben schenkten. Die Sozialdemokratie, die 
durch ihre Lügenkampagne die Massen von Sowjetrußland ablenken 
wollte, erreichte nur, daß in ihren eigenen Reihen der Entschluß 
heranreifte, sich selbst davon zu überzeugen, ob die Presse die Wahr- 
heit über die Oktoberrevolution geschrieben hat, ob es tatsächlich 
stimmt, was immer wieder behauptet wurde, daß die Arbeiterklasse 
ohne die Bourgeoisie nicht auskommen kann! 
So wurde der Grund gelegt zu den Arbeiterdelegationen nach 
der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken. 
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