Metadata: Mexico

38 Wirtschaftsgeschichtliche Skizze. 
verkauft (häufig von den Erzeugern selbst), aber doch haben 
sie, namentlich im Hochland, neueingeführte Nutzpflanzen und 
Haustiere bereits in wesentlich höherem Maß übernommen; 
stellenweise sieht man auf geeignetem Boden auch bereits die 
altertümlichen spanischen Holzpflüge mit eiserner Pflugschar im 
Dienst von Indianern und häufig haben sie bereits Esel oder auch 
Pferde und Maultiere als Lasttiere im Besitz. Zudem ist auch 
ihr Verlangen nach wirksameren Ackerbaugeräten, besserer 
Kleidung, Nahrung (besonders Fleisch) und Getränken (leider 
häufig Pulque oder Branntwein) so groß, daß sie nicht nur schon 
beachtenswerte Käufer sind, sondern daß der Erlös ihrer eigenen 
Erzeugnisse zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse nicht mehr hin- 
reicht und sie daher zur Annahme von Vorschüssen gezwungen 
sind, die sie durch ihrer Hände Arbeit zurückerstatten sollen. 
Da sich die Arbeitgeber in gleicher Weise wie in der spanischen 
Kolonialzeit und manchmal fast ebenso skrupellos wie damals 
bemühen, den Arbeiter (peön) nicht aus seinen Schulden heraus- 
kommen zu lassen, so kann leicht aus einem freien Indianer ein 
durch Schuldverhältnis gebundener ständiger Arbeiter werden, 
ein Umstand, der für seine Person bedauerlich, für die Hebung 
der kapitalistischen Erzeugung jedoch günstig ist. Aber auch 
die nur gelegentlich in fremden Dienst eintretenden Indianer 
sind. bereits namhafte wirtschaftliche Faktoren, während die 
zur Zeit noch die Arbeit meidende indianische Bevölkerung als 
Reserve für die künftige Weiterentwicklung des Landes an- 
gesehen werden darf, 
Die Mischlinge stellten und stellen noch immer in 
ihrer großen Mehrheit ihre Arbeitskraft in den Dienst größerer 
Unternehmer; sie werden deren Arbeiter oder treten als Halb- 
partner‘) (medieros), seltener als Pächter zu ihnen in Beziehung. 
Sie stehen, soweit sie unbemittelt sind, in ihrer eigenen kleinen 
wirtschaftlichen Betätigung, in Haushalt und Lebensweise den 
1) Meist stellt bei Halbpartabmachungen der Gutsherr Land, Saat- 
yut, Ochsen, Geräte und Vorschüsse in Geld oder Mais, der „Mediero“ hat 
Jagegen alle Arbeiten zu tun (mit Ausnahme der Erntearbeiten, die er 
nur zur Hälfte zu leisten hat) und erhält dann — nach Abzug der Vor- 
schüsse — die Hälfte der Ernte.
	        
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