Object: Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

— Sechstes Buch. Erstes Kapitel. 
stand der Slawen zwischen Elbe und Oder gebrochen; seit etwa 
dem Jahre 940 zahlten alle Stämme königlichen Tribut. Völlig 
unterworfen aber schienen die Slawen doch erst gegen die Mitte 
des Jahrhunderts; nun näherten sich auch die Cechen von neuem 
dem Reiche, und der furchtbare Gero konnte ruhig im Jahre 949 
eine fromme Wallfahrt zu den Schwellen der Apostelgräber 
unternehmen: sicherer als jemals glaubte man die Errungen— 
schaften König Heinrichs gefestigt. 
Schon längst hatte inzwischen die spezifisch ottonische 
Politik friedlicher Kulturarbeit im Slawengebiete begonnen. 
Im Jahre 937 war das Kloster zum heiligen Moritz in 
der Pfalz zu Magdeburg gestiftet worden. Mönche von Sankt 
Maximim bei Trier, eifrige Vertreter der beginnenden Kloster—⸗ 
reform, wurden hineingesetzt. Bald darauf begann König Otto 
den Bau eines Magdeburger Domes; langsam tauchte der Ge— 
danke empor, Magdeburg zum Mittelpunkt der elbslawischen 
Kirche zu erheben; schon im Jahre 955 ist darüber in Rom 
verhandelt worden. Anfänglich allerdings begnügte sich Otto 
damit, zwei neue Slawenbistümer, Havelberg und Branden⸗ 
burg, dem Erzstifte Mainz zu unterstellen!. 
Gleichzeitig verbreitete sich die christliche Mission unter den 
Dänen. Sie ging vom Erzbistum Hamburg-Bremen aus; sie 
erfreute sich nicht so reicher materieller Unterstützung wie die un— 
mittelbar vom Reiche begünstigte Slawenmission; sie litt darum 
auch unter größeren Wechselfällen; aber sie zeichnete sich aus 
durch den Mut der ersten Zeugen und die Größe der bekennenden 
Gemeinden. Nachdem mannigfache frühere Versuche gescheitert 
waren, brachte es Erzbischof Adaldag zu den ersten Erfolgen. 
Es gelang ihm, im Jahre 947 drei Bischofssitze zu Schleswig, 
Ripen und Aarhuus für Jütland und die Kirchen jenseits des 
Meeres in Fünen, Seeland und Schweden zu begründen; zu— 
gleich erhielt er päpstlichen Auftrag für die gesamte Mission 
Es geschah 948. Zu den Daten s. Dümmler, Otto der Große 
S. 168, und Hauck 3 S. 103 Anm. 6. Für Havelberg nennt noch Sickel 
Dipl. S. 188, das Jahr 946.
	        
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