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waren sie in der Lage, ihre Preise stark zn ermäßigen. Es
betrugen z. B. die Einkanfspreise der Generalanzeiger für die
Post im Jahre 1900 vierteljährlich:
bei 50/0 bis 40 Pf, bei 34°/« 81 bis 100 Pf.
„ 15°/° 41 „ 60 „ 22% 101 „ 120 „
„ 17% 61 80 „ „ 7% 121 160
Infolge dieser niedrigen Preise belief sich die prozentual
davon abhängige Zeitungsgebühr nur auf 10 bis 40 Pf.
vierteljährlich. Derartig mäßige Sätze machten es den Ge
neralanzeigern äußerst leicht, nach allen Richtungen und auf
jede Entfernung hin sich Absatzgebiete zu verschaffen. Es
wurden, so weit es natürliche und wirtschaftliche Verhältnisse
nur zuließen, schlummernde Verkehrsbedürfnisse erweckt und
so Verkehrsvermehrungeu begünstigt, die immer reichere Jn-
seratenerträge lieferten. Eine derartige mittelbare Vergünsti
gung beim Postzeitungsvertrieb konnte anderen Blättern,
deren Preise sich nicht so leicht auf ein Minimum herab
setzen ließen, nicht zu teil werden. Aus diesem Grunde
nahmen Abgeordnete usw. gelegentlich der Beratungen, die
Ende der 1890 er Jahre im Reichstag über die Reform des
Zeitungsgebührentarifs stattfanden, wiederholt, oft in
scharfer Weise, gegen die Generalanzeiger Stellung?) Die
Generalanzeiger wurden immer wieder als Schulbeispiel dafür
angeführt, wie ungerecht und wirtschaftlich ungesund der Tarif
nach dem Einkaufspreis der Zeitungen sei, der „Schmarotzer
pflanzen gezeitigt" habe, „die zu beseitigen .. . eine allgemeine
Aufgabe sei"?)
In Wirklichkeit hat die Tarifreform die Generalanzeiger
nicht „beseitigt". Es erschienen allerdings im Jahre 1902
7% der Generalanzeiger des Jahres 1900 nicht mehr.
Ebenso gut sind jedoch auch andere Blätter weggefallen.
Hin und wieder mag wohl die Tarifänderung für die Eristenz-
1) Steiwgr. Ber. 1899/00 Bd. II S. 1711 f. (Abg. Singer);
S. 1730 f. (Abg. Fischbeck); a. a. O. Bd. IV S. 2799 (Abg. Dietz);
S. 2812 f,' 2816, 2924 (Staatssckr. von Podbielski); S. 2925 .
(Abg. Oertel).
2 ) Steiwgr. Ber. 1898/00 Bd. IV S. 2816.