Full text: Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

Das Kapital, 
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hältnissen vielleicht ein größeres oder geringeres Kapital heraus- 
zurechnen imstande sein. Das tatsächliche Kapital einer Unter 
nehmung ergibt sich nur nach beendeter Liquidation. 
Wenn ein Kaufmann bei einem Bestand an Vermögen von 
180 und Schulden 80 sagt, er habe ein „Kapital“ von 100 im 
Geschäft stecken, so heißt dies: Zur Deckung der Schulden sind 
Vermögensgegenstände im Rechnungswerte von 180 zur Ver 
fügung; der rechnungsmäßige Überschuß ist 100, d. i. der Anteil 
des Unternehmers am Gesamtvermögen. Diese Rechnung hat 
nur für normale Fälle Geltung. In anormalen Fällen (Konkurs, 
Liquidation, Auseinandersetzung, Umwandlung) wird sie ver 
ändert. 
In Ausnahmefällen ist das eigene Kapital ein selbständiger 
Vermögenskomplex, nicht nur eine Rechnungsgröße: wenn der 
Unternehmer das Geschäft ausschließlich mit eigenen Mitteln 
gründet oder betreibt (vgl. S. 14, 20). 
Das eigene Kapital ist seiner zeitlichen Entstehung nach 
Stamm-, Grund- oder An/angskapital und Zusatekapital. 
Kapital wird durch Leistungen des Unternehmers (Fälle 
unter a) und durch Leistungen des Betriebes (b) gebildet, 
ä) 1. Kapital wird zunächst durch die Leistungen des Eigen 
tümers bei der Gründung der Unternehmung gebildet: Ein 
lage, Einzahlungen und andere Leistungen des Inhabers, 
der Gesellschafter, der Aktionäre, der Genossenschafter, 
u) 2. In der Folgezeit kann das Kapital erhöht werden durch 
Einschüsse, durch neue Kapitaleinlagen, bei kollektiven 
Unternehmungen durch Erhöhung des Gesellschaftskapitals, 
u) 3. Bei der Änderung der Betriebsform handelt es sich fast 
regelmäßig um eine Kapitalerhöhung, um die Zuführung 
neuer eigener Mittel durch Erweiterung der am Kapital 
beteiligten Personenzahl. Beispiele: Umwandlung einer 
Einzel- in eine Kollektivwirtschaft, Änderung der Rechts 
form einer Kollektivunternehmung (offene Gesellschaft in 
A.-G., in G. m. b. H.). 
b) Die Kapitalbildung erfolgt durch Leistungen des Betriebes, 
d. h. durch Gewinn, eine Kapitalvermehrung durch Ansamm 
lung oder Zurückhaltung von Teilen des Reingewinns. Es 
wird ein Teil des Reinertrages der Unternehmung vom Ver-
	        
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