fullscreen: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

Dichtung. 
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eine hinzukommende Person, auf einmal und unerwartet als 
im Konflikt mit dem Milieu befindlich erkennt und im Kampfe 
mit diesem zu Grunde geht. 
Dieser Zusammenhang zeigt, daß der äußere Anlaß, die 
hinzukommende Person, ein sehr starkes Moment einer Stili— 
sierung der Handlung ist und beweist mithin wiederum für ein 
idealistisches, d. h. von einer bestimmten Weltanschauung ab— 
hängiges Drama. Und in tausend anderen kleinen Be— 
obachtungen, die namentlich die starke Vereinfachung der Hand⸗ 
lung betreffen würden, würde sich auch sonst noch der Nachweis 
erbringen lassen, daß es sich schon in den Dramen des natura— 
listischen Impressionismus, wenn auch noch keineswegs um eine 
klar ausgesprochene Weltanschauung, so doch um Elemente 
einer solchen handelt. 
Freilich werden diese als für ein Drama von höchster Be— 
deutung ausreichend noch nicht erachtet werden können. v. Han—⸗ 
stein berührt doch wohl einen springenden Punkt, wenn er 
einmal von Fuhrmann Henschel behauptet, das sei ein Mensch, 
„der sich niemals als Thäter seiner Thaten fühlt, weil er 
nur immer den Weg trottet, den ihm die Umstände anweisen“. 
Die Umstände! Das ist es. Es fehlt den handelnden Per—⸗ 
sonen noch der starke sittliche Nerv; sie sind zu sehr Utilitarier 
oder sittlich ratlos. Darum sind auch die Konflikte nicht stark, 
und gelegentlich wird man am Schluß eines Dramas an das 
Hornberger Schießen erinnert. 
Aber auch hier zeigen sich doch schon Spuren weiterer 
Entwicklung. Charakteristisch scheint zu sein, daß man augen⸗ 
blicklich vielfach geneigt ist, Sudermann als Dramatiker neben 
Hauptmann zu stellen, ja vor ihm gehen zu lassen, obwohl 
Hauptmann der tiefere Psycholog und auch wohl die stärkere 
dichterische Kraft ist. Warum? 
Hauptmann läßt seine Einzelpersonen zu sehr im Zuständ⸗ 
lichen stecken. In seiner Begabung liegt etwas Plastisches, 
wie er sich denn eine Zeitlang zum Bildhauer bestimmt fühlte. 
Darum schafft er gern Menschen an sich, aus reiner Freude 
an ihrem Dasein, ohne in ihnen eine Idee, etwa gar eine sitt— 
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