10 G-babS so. A.
145
inneren Struktur der Kreditbank in vielem entgegengesetzt. Bei
Kreditbanken und Kreditgenossenschaften spielt eine wesentliche Rolle das
Aktivgeschäft. Diese Institute suchen und finden ihre wesentliche Aufgabe in
der Kreditgewährung. Die Sparkassen sind zwar ebenfalls Kreditvermittler,
aber ihre Aufgabe ist zunächst, den Sparsinn zu fördern, jedem
die Möglichkeit zum volkswirtschaftlich produktiven Sparen zu geben. Wer
spart, und dadurch zur heimischen Kapitalbildung beiträgt, vergrößert damit
das dauernde Fundament für die Beschäftigung von Arbeitern. Ohne Spa
ren gibt es keinen wirtschaftlichen Fortschritt. Sparen ist Ver
brauchseinschränkung zum Zwecke der Vermögens
ansammlung. Sparkassen sind Anstalten zur Sammlung dieser nicht
verbrauchten Einkommensteile. Die Kreditgewährung betreiben die Spar
kassen nicht als Selbstzweck, sondern um die ihnen anvertrauten Spargelder
nutzbringend anzulegen. Spargelder sind zum größten Teil als d a u e r n d e
Anlage zu betrachten und unterscheiden sich dadurch von den äußerst
beweglichen Betriebsreserven der Geschäftswelt, die den Banken als Depo
sitengelder zufließen.
Im Gegensatz zu den Kreditbanken und Genossenschaften haben die Spar
kassen von ihrer Gründung an ohne oder nur mit geringem Eigenkapital
gearbeitet. Sie genossen und genießen Vertrauen als staatliche Organisa
tion swie die Postsparkassen, die französischen und englischen Institutes,
oder weil Kommunen mit ihrer gesamten Steuerkraft hinter ihnen standen
swie in Deutschlands, oder weil sich die Gründer eines großen Kredits er-
Mannheim 1932. I. Hofflkann, Deutsche Sparkasseneinheit. Berlin 1931.
E. Kleiner, Das Recht der öffentlichen Sparkassen. Berlin 1930. E. Klei
ner und Präsident E. Kleiner, Die Preußische Sparkassengesetzgebung. Berlin
1933. Marquardt-Perdelwitz, Das Preußische Sparkassenrecht. Berlin
1933. F. Nissen, Die bankmäßige Betätigung der Sparkassen. Stuttgart
1926. H. R e u s ch, Das Sparen bei den deutschen Sparkassen. Berlin 1934.
W. Rudloff, Die Kreditpolitik der Sparkassen. Berlin 1932. Schaarschmidt,
Die Sparkassenkredite, ihre Sicherung und Einziehung. Berlin 1936. A. S o m°
m e r, Sparkassen und Konjunktur. Berlin 1934. Die Sparkasse und die
Deutsche Sparkassen- Zeitung sind Organe des deutschen Spar
kassen- und Giroverbandes. Das „Forschungsinstitut für das kommunale Spar
kassen- und Kreditwesen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes" unter
richtet periodisch über das Schrifttum des deutschen Sparkassenwesens. Der
7. Nachtrag erschien im Juli 1937.