Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

Es  handelt  sich  hierbei  um  R  e  ch  n  u  n  g  s  Posten.  Wird  z.  B.  ein  Teil  der
Dien  st  lei  st  ungen  mit  Registermark  bezahlt,  so  gehen  die  451  Millionen ­
  RM  nicht  in  voller  Höhe  ein;  für  einen  Teil  hiervon  werden  dem
Auslande  Schulden  zurückgezahlt,  und  ein  entsprechender  Posten  erscheint
unter  den  passiven  Kapitalbewegungen.  Werden  Zinsen  nicht  transferiert, ­
  so  läuft  eine  neue  Schuld  (vornehmlich  der  Konversionskasse)  auf.
Werden  Waren,  die  vom  Auslande  geliefert  sind,  nicht  bezahlt,  so  wächst
die  Schuld  bei  der  Verrechnungskasse.Diese  neuen  Schulden  erscheinen  unter
den  aktiven  Kapitalbewegungen.  Das  gleiche  gilt,  wenn  z.  B.  Kredite  zurückgezahlt ­
  werden  (z.  B.  seitens  Rußlands  für  von  ihm  bezogene  Maschinen ­
  usw.).
Die  Zahlungsbilanz  zwischen  zwei  Ländern  ist  ausgeglichen,  wenn  Forderungen ­
  und  Verbindlichkeiten  sich  kompensieren.  Hat  aber  ein  Land  an
ein  anderes  mehr  Zahlungen  zu  leisten  als  von  ihm  zu  erhalten,  und  bewilligt ­
  das  Land  mit  der  aktiven  Leistungsbilanz  nicht  Stundung  der
Zahlung  (es  besteht  in  diesem  Falle  eine  „geborgt  ausgeglichene  Zahlungsbilanz"), ­
  so  muß  der  Minussaldo  durch  Devisen  und  Gold  abgedeckt  werden.
Daher  wird  die  Nachfrage  nach  der  Devise  des  Gläubigerlandes  größer
sein  als  das  Angebot,  und  ihr  Kurs  müßte  nach  den  allgemeinen  Preisgesetzen ­
  steigen.  Die  Schwankungen  des  Wechselkurses  werden  aber  dadurch
verhütet,  daß  das  Land  den  Saldo,  den  es  auszugleichen  hat,  in  G  o  l  d  nach
dem  Gläubigerlande  sendet.  Der  Preis  des  Goldes  ist  nicht  deshalb  unveränderlich, ­
  weil  Gold  einen  sich  gleichbleibenden  Wert  besitzt,  sondern
er  ist  unveränderlich,  weil  im  Goldwährungssystem  jede  Zentralnotenbank
Gold  zu  einem  bestimmten  Preise  ankauft  und  (bei  freier  Devisenwirtschaft)
Gold  zu  einem  bestimmten  (etwas  höheren)  Preise  abgibt.
Da  für  jede  Goldwährung  die  Sätze,  zu  denen  die  Zentralnotenbank
Gold  ankauft  und  verkauft,  festliegen,  so  ergeben  sich  feste  Wertverhältnisse,
die  Goldparitäten.  Abweichungen  der  Wechselkurse  von  diesen  Gold-Paritäten
  sind  nur  in  engsten  Grenzen  möglich,  weil  sonst  statt  Zahlung  in
Schecks  oder  Auszahlung  Versendung  von  effektivem  Gold  erfolgt  (siehe
hierüber  den  Abschnitt  „Devisenhandel").  Der  Spitzenausgleich
der  Zahlungsbilanz  erfolgt  durch  Versendung  von  Gold,  nicht  nur
von  Land  zu  Land,  sondern  auch  international  durch  Arbitrage  (siehe
diesen  Abschnitt).
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