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Vermögens gingen verloren durch diesen Papiergeldschwindel, dem Goethe
in seinem „Jaust" ein Denkmal gesetzt hat. Mit dem Zusammenbruch der Law-
schen Unternehmungen (1720) wurden die Noten wertlos.
In den englischen Kolonien in Nordamerika verlor am Ende des 18. Jahr
hunderts das Papiergeld, das zur Deckung laufender Staatsansgaben geschaffen
worden war, fast jeden Wert. Im Anfang des Jahres 1781 war das Verhältnis
von Silber zu Papiergeld (K o n t i n e n t a l n o t e) wie 1;500, im April 1781
in Virginien und Nord-Carolina wie 1:1000. Washington schrieb damals:
„Ein Wagen mit Papiergeld genügt kaum, um dafür einen Wagen mit Lebens
mitteln zu kaufen." Um etwas als ganz wertlos zu bezeichnen, sagte man „not
worth a Continental" (nicht eine Kontinentalnote wert).
Trotz der schlimmen Erfahrungen, die Frankreich mit seinem Papiergeld
gemacht hatte, suchte es noch einmal, durch Ausgabe großer Mengen Papiergeld
seiner Geldnot Herr zu werden. Die vom Staat eingezogenen Kirchen- und Kron-
güter boten die materielle Unterlage für die neu ausgegebenen Banknoten, die
Assignaten, die während der Revolution von 900 Millionen Livres (1791)
auf 46 000 Millionen Livres vermehrt wurden. Dem Umlauf entsprechend fiel
ihr Wert, schließlich wurden 100 Livres Papiergeld so bewertet wie 1 U Livre
Metallgeld (das Verhältnis war also 1:300). Die Assignaten wurden durch die
Mandate abgelöst, die ebenfalls ihren Wert fast völlig verloren.
Der Weltkrieg hat eine Ära der Papierwährung von
bisher nicht gekanntem Umfang eröffnet. Alle am Kriege beteiligten Länder
(mit Ausnahme der Vereinigten Staaten von Anwrika) und eine Anzahl
Neutrale hatten (zur Deckung ihrer Banknoten) Goldausfuhrverbote er
lassen und sind daher Papierwähr ungs st aalen geworden. Aus
einem entgegengesetzten Grund ging Schweden (durch Einstellung der
freien Prägung) zur Papierwährung iiber: Es wollte hiermit der drohen
den Goldinflation entgegentreten.
Der Währungsverfall in Deutschland (November 1923: 1 Billion
Papiermark — 1 Goldmark) hat ähnliche Erscheinungen in anderen Län
dern weit in den Schatten gestellt; Deutschland bot das schlimmste Beispiel
einer Inflation *).
st Das Wort Inflation ist zuerst in Amerika in den sechziger Jahren
des vorigen Jahrhunderts gebraucht worden: Nach dem Sezessionskriege waren
die Ansichten darüber geteilt, ob die gewaltig angewachsene Papiergeldmenge
weiterbestehen bleiben oder ob sie „weggesteuert" werden solle.Diejenigen, die für
eine Verminderung des Papiergelds eintraten, nannte man Kontraktio
nist e n, die anderen Jnflationisten.
Deflation als Gegensatz zur Inflation bedeutet bewußte Verminde
rung der Geldmenge, womit meist eine Senkung der Preise erzielt wird.