Antimongelb
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Apfelsinen
scheidet. Auf Zusatz von Natriumthiosulfat zu
flüssiger A. entsteht ein orangeroter Nieder
schlag, der beim Waschen mit Sodalauge rein
weißes Antimonoxyd (Stibium oxy datum
album, Antimonium diaphoreticum album), das
Ausgangsmaterial für die Herstellung des Brech
weinsteins hinterläßt. Feste und flüssige A. dient
zum Brünieren der Gewehrläufe, zum Beizen
von Silber, als Ätzmittel sowie zur Herstellung
von Antimonoxyd, Antimonzinnober und anderer
technischer und pharmazeutischer Antimon
präparate.
Anlimongelb, ein Gemisch von antimonsaurem
Blei mit überschüssigem Bleioxyd, bildet eine
wertvolle Malerfarbe, welche den Vorzug der
Glühbeständigkeit besitzt und daher auch in der
Porzellanmalerei benutzt werden kann. Es wird
dargestellt durch Rösten von Bleiantimonlegie
rungen, ferner von pulverisiertem Antimon mit
Mennige und weinsaurem Kalium, von Bleiweiß
mit antimonsaurem Kalium und Salmiak sowie
nach verschiedenen anderen Methoden. Die im
Handel auch als Neapelgelb oder Neapoli
tanische Erde geführte Farbe besitzt gute
Deckkraft, ist aber\gegcn Schwefelwasserstoff
empfindlich und unterliegt den für Bleifarben
(s. d.) erlassenen Vorschriften,
Antimonoxalat (Oxalsaurcs Antimonkali,
kleesaures Antimonoxydkali, Kalium
antimonoxalat), ein Doppelsalz aus Kalium-
und Antimonoxalat, bildet kleine, weiße Kristall
nadeln und wird als, Ersatz für Brechweinstein
in der Zeugdruckerei und Färberei verkauft,
kann diesen aber nicht in allen Fällen ersetzen.
Antimonzinnober, eine rote Farbe, die als
Ersatz für Zinnober empfohlen wird und aus
einer Verbindung von Dreifach-Schwefelanti-
nron mit Antimonoxyd besteht, entsteht beim
Vermischen von unterschwefligsaurem Natron
mit einer Lösung von Antimonbutter in der
Siedehitze als ein rotes, in Wasser unlösliches
Pulver, welches sich am besten für Ölanstriche
®ignet. Als Wasserfarbe für Kalkwände kann
A. nicht benutzt werden, da die Farbe hierbei
verändert wird. Vom echten Zinnober unter
scheidet er sich leicht beim Übergießen mit Salz
säure, wobei er unter Entwicklung von Schwe
felwasserstoff zerstört wird, während der echte
Zinnober unverändert bleibt.
Antinervin, eine von Dr. Radlauer in den
Plandel gebrachte Mischung von 250/0 Brom-
atnmonium, 25% Salizylsäure und 500/0 Azet-
untlid gegen Fieber, Neuralgie usw.
Antinonnin. Rotbraune Paste aus Seife und
Glyzerin mit etwa 500/0 o-Dinitrokresolkalium,
die in Form ihrer wäßrigen Lösung als Mittel
Segen Hausschwamm zum Imprägnieren und
Anstreichen von Holz Verwendung findet.
, Antinosin, das Natriumsalz des Nosophens
' s ; d.), ein blaues, wasserlösliches Kristallpulver,
' v trd bei der Wundbehandlung an Stelle des
•^doforms sowie bei Diphtherie benutzt.
, Antipyrin, Phenyldimethylpyrazolon,
<!PL, 1CH 3 ).jN„C 3 HO, wurde zuerst von Knorr
’ urch Erhitzen von Phenylhydrazin mit Azet
essigester und nachfolgende Behandlung des
'j^kfhmsproduktes mit Jodmethyl und Methyl-
■dkohol hergestellt. Es bildet farblose, glänzende
Glichen, die bei 113 0 schmelzen, in Wasser,
Alkohol und Chloroform leicht, in Äther etwas
schwerer Isölich sind. Durch Eisenchlorid wird
in der stark verdünnten Lösung eine tiefrote,
durch salpetrige Säure eine blaugrüne Färbung
erzeugt. Das A. gehört zu den wertvollsten Fie
bermitteln und wird auch gegen Gelenkrheuma
tismus und Neuralgie mit Erfolg verordnet. Von
den Derivaten des Antipyrins wird die Verbin
dung mit Salizylsäure, das Salipyrin, wie das
A. selbst angewandt, während die Jodverbindung,
das Jodopyrin, die vereinigte Wirkung des Ä.
und des Jods zeigen soll. Weitere Derivate s.
unter Azetopyrin, Migränin, Tussol.
Antirheumin (Antirheumatin, Fluorrheu-
rnin) ist eine Fluorphenetol und Fluordiphenyl
enthaltende Vaseline, die zu Einreibungen gegen
Rheumatismus und Influenza empfohlen wird.
Antirheumol, ein Salizylsäureglyzerinester,
wird durch Erhitzen von Salizylsäuremethylester
und Glyzerin bei Gegenwart von Natriumazetat
dargestellt und als Rheumatismusmittel ange
wandt.
Anfisepsin oder Asepsin, p-Bromazetanilid,
wird als Antipyretikum empfohlen.
Antiseptin, ein aus Zinksulfat, Zinkjodid, Thy
mol und Borsäure bestehendes Antiseptikum,
welches seinerzeit von B. Fischer sehr abfällig
beurteilt worden ist.
Anytin, ein gereinigtes Ichthyolpräparat, wel
ches die Fähigkeit besitzt, mit gewissen in Wasser
schwer löslichen Stoffen, wie Kampfer, Euka
lyptusöl und anderen ätherischen Ölen leicht
lösliche Mischungen (Anytole) zu bilden.
Aouaraöl (Tukumöl), ein dem Palmöl nahe
stehendes, zinnoberrotes Fett von der Tukum-
palme (Astrocärpium vulgare), welches in
der Seifenherstellung Anwendung findet.
Apatit, ein im wesentlichen aus phosphor
saurem Kalzium mit geringen Mengen Fluor oder
Chlor bestehendes Mineral, welches entweder in
Form gut ausgebildeter Kristalle (z. B. der blaß
grüne Spargelstein), feinfaseriger dichter Ab
arten (Phosphorit), oder erdiger Massen
(Osteolith) auftritt. Hauptfundorte: Spanien,
Kanada, Norwegen, Rußland usw. Nach der
Aufschließung mit Schwefelsäure liefert der gegen
400/0 Phosphorsäure enthaltende Ä. ein wertvolles
Düngemittel. (Superphosphat.)
Apsnta, ein künstliches Bitterwasser, welches
vorwiegend Sulfate des Magnesiums und Na
triums (3,9 g in 1 1) neben geringen Mengen
Gips, Kochsalz und Soda sowie Spuren Eisen
und Kieselsäure enthält.
Apfelbaumholz. Das sehr harte, hellbraune
Holz nimmt eine schöne Politur an und wird
zur Herstellung von Möbeln und kleineren Gegen
ständen, wie Hobelgestellen, Werkzeuggriffen
usw. verwendet.
Apfelsinen (Orangen, Pomesinen, süße
Pomeranzen, Sinaäpfel, frz. Oranges dou-
ces, Pommes de Chine, engl. China oranges)
sind die Früchte von Citrus sinenses, eines
ursprünglich in China heimischen Baumes, dessen
Kultur sich jetzt über zahlreiche warme Länder
verbreitet hat. Die ersten A. sollen im Jahre
1548 von China nach Lissabon gebracht worden
sein, während zurzeit Italien, Spanien, Portu
gal, die Azoren, Westindien, Kapland, Kalifor
nien als Haupterzeugungsländer in Frage kom-