der Aussteller wurde drohend, so daß die Scheine zu
recht niedrigem Kurs jedem angeboten wurden, der die
Zahlungsverpflichtung auf sich nehmen wollte. Joseph
Morgan kaufte solche Verschreibungen auf, wo er
ihrer habhaft werden konnte, und erwarb eine große
Anzahl. Die Gefahr ging bald vorüber, die eingehenden
Prämien reichten bei weitem aus, um die Verluste zu
decken, die Gesellschaft begann, ein Grundkapital an-
zusammeln, dessen Barwert in den wachsenden Ge-
winnen aus dem Geschäft bestand, und schließlich
wurden die Inhaber der Schuldverschreibungen nach
Maßgabe der von ihnen übernommenen Verbindlich-
keiten mit Aktien voll ausgezahlt. Joseph Morgan er-
warb aus seinem Schuldscheinbesitz auf diese Weise
ein Vermögen, das später der Vater unseres Morgan,
Junius Spencer Morgan, in das Bankgeschäft brachte.
Joseph Morgan vererbte seinem Sohn neben seinem
Vermögen und der Fähigkeit, es noch zu vermehren,
einen schönen Charakterzug: er war der richtige, alt-
väterische Gastwirt früherer Zeiten gewesen, und sein
Sohn war ein berühmter und angenehmer Gastgeber,
allerdings in etwas verfeinerterer Weise.
Morgans mütterlicher Großvater, John Pierpont,
war zu seiner Zeit sehr berühmt. Die folgenden Aus-
führungen aus unbekannter Feder — sie sind einem
alten Jahrgang des „Christian Examiner‘ entnommen
— bezeugen den Eindruck, den er bei seinen Zeit-
genossen hervorrief. Die etwas übertriebene Phraseo-
logie kann das gut gezeichnete Bild seines Charakters
nicht verwischen.
„Herr Pierpont vereinigte in sich die Charakter-
züge von zwei sehr verschiedenen Persönlichkeiten.
Die eine war graziös, kultiviert, feinfühlig, peinlich
sorgfältig auf die Etikette bedacht, gelehrt, von einer
gewissen würdigen Hoheit, die Fremde ein wenig als
s