Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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netz  kommt  schon  auf  9  W  ein  Bahnhaltepunkt.  Freilich  trägt  zu  diesem
günstigen  Resultat  die  Umgebung  der  beiden  großen  Städte  Petersburg
und  Riga  mit  ihrem  Lokalverkehr  bei.  Aber  es  besteht  doch  auch  ohnehin
ein  ziemlich  gleichmäßig  verteiltes  System  von  Haltepunkten,  so  daß
nur  sehr  selten  eine  Distanz  von  20  und  mehr  W  entsteht 1 ).  Nur
im  südlichen  Teile  der  Petersburger  Provinz,  der  etwa  die  gleichen
Bedingungen  aufweist  wie  die  anschließenden  Teile  der  Gouvernements
Nowgorod  und  Pskow,  in  Mittellivland,  namentlich  auf  der  Strecke
Pskow—Werro,  im  bewaldeten,  sehr  schwach  besiedelten  Nordwesten
Kurlands  *  2 ),  aber  auch  in  den  Sumpfwiesen  zwischen  Mitau  und  Riga
findet  man  größere  Stationsdistanzen..
In  den  waldreichen  Gebieten  der  oberen  Wolga  und  ihrer  Zuflüsse,
die  durch  die  Bahn  Petersburg—Wologda—Wjatka—Perm,  ferner  durch
die  ältere  Bahn  Rybinsk—Bologoje  und  die  Bahnen  in  den  Provinzen
Jaroslawl,  Kostroma  und  einigen  kleineren  benachbarten  Distrikten
teilweise  erst  ganz  neuerdings  erschlossen  werden  und  so  das  verkehrsgeographische ­
  Zwischenglied  zwischen  dem  industriellen  Großrußland
und  dem  spärlich  besiedelten  Norden  darstellen 3 ),  ist  die  Stationsferne
verhältnismäßig  klein.  Sie  beträgt  im  Mittel  kaum  mehr  als  12  W 4 ),
so  selbst  auf  der  ungeheuer  weite  Sumpf-  und  Waldgebiete,  mit  dem
Übergang  über  die  Suda,  den  Nebenfluß  der  Scheksna,  aber  auch  bebautere
  Striche  durchschienenden  Bahn  Petersburg—Wologda,  die  auf
560  W  (46  Stationen)  nur  zwei  etwas  größere  Plätze,  Tichwin  und  Tscherepowetz,
  berührt  und  nur  8  Stationsentfernungen  von  20—22  W  zählt.
Auch  auf  der  östlichen  Fortsetzung  durch  das  Gouvernement  Kostroma
nach  Wjatka  (596  W,  36  Stationen),  die  durch  das  Flußgebiet  der
Kostroma,  der  Unza  und  der  Wetluga  führt,  sind  verhältnismäßig  wenige
(14)  Teilstrecken  zwischen  20  und  25  W  vorhanden.
Das  bei  weitem  schwächste  Verkehrsgebiet  stellt  der  Norden  dar.
Die  beiden  einzigen  Bahnen,  die  den  Verkehr  zwischen  Großrußland
und  dem  Ural  einerseits  und  der  nördlichen  Dwina  andererseits  herstellen,
  sind  die  Linien  Wologda—Archangelsk  und  Wjatka—Kotlas.
Die  Schmalspurbahn  Wologda—Archangelsk  zählt  auf  595  W  nur
24  Zwischenstationen,  ln  den  einsamen  Waldgebieten  der  Provinzen
Wologda 5 ),  Olonez  und  Archangelsk  werden  Entfernungen  von  37,  38,
4 )  In  Esthland  hat  nur  die  kleine  Nebenbahn  Reval—Hapsal  Stationsdistanzen ­
  von  19,  20  und  23  W.  Sonst  kommen  in  der-  Provinz  nur  noch  Entfernungen ­
  bis  zu  14  und  16  W  vor.
2 )  Der  Kreis  Windau,  der  von  der  Windau-Mitauer  Bahn  durchfahren  wird,
hat  mit  16  Einw.  auf  den  qkm.  (1907)  die  geringste  Dichte  in  den  drei  unter  deutschem ­
  Kultureinfluß  stehenden  Provinzen.
3 )  Die  durchschnittliehe  Volksdichte  bleibt  weit  unter  30.
4 )  Auf  der-  Bahn  Sergijewo—Jaroslawl—Wologda  liegen  auf  388  W  41
Stationen.
5 )  Wologda  ist  die  waldreichste  Provinz  Rußlands.
            
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