Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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mühl—Ottlotschin  10  Stationen,  im  Jahre  1913  dagegen  20.  Die  149  W
lange  Strecke  Alexandrowo  —  Skiernewizi  hat  -dagegen  heute  noch  nur
12  Stationen.  Auf  der  152  km  langen  Bahn  Königsberg—Eydtkuhnen
waren  1865  13,  1913  18  Zwischenpunkte  vorhanden,  während  die  178  W
lange  Strecke  Wirballen—Wilna  heute  noch  nicht  mehr  als  13  Stationen
aufweist.  In  den  polnischen  Grenzgebieten  haben  nicht  nur  kleinere
an  den  Bahnen  gelegene  Siedlungen,  sondern  auch  volkreichere  Pfarrorte
keinen  Haltepunkt.  Wie  die  Verkehrsverhältnisse  Russisch-Polens  an
und  für  sich  noch  sehr  viele  Wünsche  unerfüllt  lassen,  so  ist  auch  hinsichtlich ­
  der  Errichtung  von  Haltepunkten  noch  manches  zu  tun 1 ).
Die  durchschnittliche  Stationsdistanz  ward  sich  im  europäischen
Reichsteile  noch  auf  reichlich  12  W  (etwa  13  km)  belaufen.

Zum  Schluß  noch  ein  Wort  über  die  Betriebsmittel  und  die
Leistungen  der  russischen  Bahnen,  verglichen  mit  denen  der  deutschen
Bahnen,  die  in  der  Ausdehnung  fast  gleich  lang  sind.  Hiernach  ergibt
sich,  daß  namentlich  der  Personenzugverkehr  im  Zarenreiche  noch  sehr
zurücksteht.  Die  großen  Entfernungen,  die  Güter  wie  Personen  in  Rußland ­
  zurücklegen,  lassen  dagegen  die  Leistungen  der  russischen  Bahnen
in  etwas  günstigerem  Licht  erscheinen.  So  wurden  im  Jahre  1909
4414596  Züge  in  Rußland  gefahren,  in  Deutschland  dagegen  15801749.
Auf  1  W  Bahnlänge  kamen  aber  6372  Zugwerst  im  Jahre,  in  24  Stunden
17,35  Zugwerst,  auf  1  km  Betriebslänge  im  Deutschen  Reich  11545  Zugkilometer, ­
  in  24  Stunden  31,63.
In  Rußland  macht  im  Jahre  eine  Person  nicht  viel  über  eine  (1,3)
Reise  mit  der  Bahn,  in  Deutschland  dagegen  reichlich  20  Reisen.  Hiergegen ­
  ist  die  Länge  der  auf  der  einzelnen  Reise  in  Rußland  zurückgelegten ­
  Strecke  bedeutend  ausgedehnter  als  in  Deutschland.  Dort
werden  auf  jeder  Reise  durchschnittlich  114,75  W  (123  km)  zurückgelegt, ­
  hier  aber  nur  22,90  km.  Dementsprechend  ist  auch  die  Einnahme
der  russischen  Bahnen  aus  der  Personenbeförderung  verhältnismäßig
höher  als  in  Deutschland,  und  dies  trotz  des  volkstümlichen  Entgegenkommens ­
  der  russischen  Bahnverwaltungen  in  der  Handhabung  der
Tarife  bei  Zurücklegung  langer  Strecken.  Die  russischen  Bahnen  erzielten ­
  1909  eine  Personengeldeinnahme  von  334,5  Mill.  Mk.  (154,23  Mill.
Rbl.),  die  deutschen  eine  solche  von  793,1  Mill.  Mk.
Auch  hinsichtlich  der  Güterbeförderung  bleibt  der  Abstand  der
russischen  Bahnen  von  den  deutschen  bedeutend:  allerdings  ist  er  in
x )  Dabei  soll  nicht  verkannt  werden,  daß  die  russischen  Bahnen  auch  hinsichtlich ­
  der  Errichtung  von  Stationen  weiter  ausgestattet  werden.  So  hatten  um
1880  (Petermanns  geogr.  Mitteil.,  Ergh.  71,  S.  19)  die  941  W  Eisenbahnen  im
Gebiet  des  Donschen  Heeres  61  Stationen.  Seitdem  hat  sich  die  Zahl  der  Haltestellen ­
  an  denselben  Bahnen,  also  ohne  Berücksichtigung  der  später  gebauten,
fast  um  das  Doppelte,  auf  110  vermehrt.
            
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