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bereits 1882 eröffnet wurde, verband den Salzsee von Baskuntschak
mit dem Wolgahafen Wladimirowka. Und die Kriwoi Rogbahn (1884
beendet) war ein hervorragendes wirtschaftliches Unternehmen, da es
das Eisenerzgebiet mit Jekaterinoslaw und über den Dnjepr mit Nisch-
nednjeprowsk*) sowie in der entgegengesetzten Richtung mit Dolinskaja
an der Nikolajewer Bahn verband. Diese Kriwoi Rogbahn wurde die
Stammlinie des staatlichen Jekaterinennetzes. Ihr folgte bald darauf
die Linie Sinelnikowo—Jasinowataja. Die Jekaterinenbahnen, die in
enger Verbindung mit den dem Pontus benachbarten Hüttenwerken
und den Donezkohlenbergwerken standen, wurden eine der bestrentieren
den Eisenbahnuntemehmungen Rußlands. Zugleich schritt der Staat
zur Anlage der ersten Bahn in Sibirien, die im Anschluß an die 1878
vollendete private Uralgebirgsbahn Perm—Niscbni Tagil—Jekaterin
burg nach Tjumen geführt wurde.
• Mit dem Bau dieser Bahnen war die dritte Periode der russischen
Eisenbahngeschichte, die der staatlichen Aktion und des Zurücktretens
der Privatbahnen, eingeleitet. Einen beredten Ausdrück fand das
staatliche Vorgehen in der Verstaatlichung privater Bahnen. Zunächst
treten freilich auch hier politische Motive noch zurück. Es sind in
erster Linie notleidende Bahnen, die einen geordneten Betrieb nur
unter größten Schwierigkeiten aufrecht halten konnten und daher vom
Staat übernommen wurden. Als erste Bahn wurde am 27. März 1881 die
1868 gegründete Charkow-Nikolajewer Bahngesellschaft verstaatlicht 2 ).
Ihr folgte am 5. Januar 1883 die Linie Tambow— Saratow, 1885 die
Muromer Bahn, ein kümmerliches Unternehmen, das als Privatbahn-
untemehmen fast totgeboren war (1880) und das seiner ganzen Be
stimmung nach, Murom an der Oka mit Kowrow (an der.Nischni Nowgo-
roder Bahn) zu verbinden, nur eine sehr bescheidene Aufgabe erfüllen
konnte, ferner die Putilowbahnen in St. Petersburg.
Trotzdem somit den Privatgesellschaften die Alleinherrschaft ge
nommen war, entstanden auch in den achtziger Jahren mit dem Auf
treten eines frischeren Zuges im russischen Verkehrswesen neue Gesell
schaften. Absolut nimmt sogar zunächst noch die Zahl der Gesell
schaften zu; 1869 gab es in Rußland 40 Gesellschaften, von denen 13 in
St. Petersburg, 9 in Moskau, 4 in Warschau und 3 in Riga ihren Sitz
hatten, 1880: 46 und 1884: 48. Zu Beginn der achtziger Jahre waren
die Südwestbahnen die größte Gesellschaft mit 2300 W, ihnen folgte
auf dem Euße die Große Russische Eisenbahngesellschaft mit 2226 W,
allerdings einschließlich der gepachteten Linien. An dritter und vierter
') Die kurze Strecke von Sinelnikowo an der Losowaja-Sewastöpoler Bahn
nach Nischnednjeprowsk war bereits 1873 fertiggestellt.
2 ) Gleichzeitig mit der Hauptstrecke der Gesellschaft, Charkow—Snamenka—
Nikolajew, wurden auch die beiden Linien Snamenka—Jelissawetgrad und Merefa—
Ljubotin—Woroshba (1878 eröffnet), verstaatlicht.