Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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baren  lind  größerer  Besiedlung  noch  sehr  zugänglichen  Provinzen,  im
wesentlichen  seinen  heutigen  Verkehrscharakter  zu  geben.  Auch  die
Rostow-Wladikawkaseisenbahn  —  Wladikawkasbahn  hieß  sie  seit  1884  —
erlebte  in  den  neunziger  Jahren  eine  größere  Ausdehnung.  Doch  liegen
ihre  Linien  zum  größten  Teil  außerhalb  der  politischen  Grenzen  des
europäischen  Rußland.  Durch  die  1899  und  1900  eröffneten,  weite
Steppengebiete  durchziehenden  Strecken  (Noworossijsk—)  Tichorjezkaja—Zarizyn
  und  Lichaja—Kriwomusginskaja  (—Zarizyn)  verbindet
sie  die  politischen  Küsten  mit  der  unteren  Wolga  und  durch  diese,  solange
noch  eine  Bahn  fehlt,  mit  Astrachan  und  dem  Kaspischen  Meere.
Aber  auch  außerhalb  der  östlichen  Provinzen  bemühte  sich  der
Staat,  leistungsfähige  Privatbahngesellsehaften  zu  schaffen.  Der  Kursk-Kiewer
  Gesellschaft,  der  der  Staat  auch  die  Liwnybahn  übertrug,  die
von  1893  bis  1895  an  die  Südostbahn  verpachtet  war,  war  der  Bau  der
Linie  Kursk—Woronesh  übertragen  worden,  worauf  sie  den  Namen
Kiew-Woronesh  annahm.  Von  Kursk  aus  wurde  1893  Kschen,  1894
Woronesh  erreicht.  Das  Ziel  der  Gesellschaft  ging  darauf  aus,  einen
selbständigen  Zugang  nach  Moskau  und  hiermit  bei  der  Ausschaltung
des  großen  Umweges  über  Kursk  eine  in  eigener  Regie  befindliche  abkürzende ­
  Linie  Moskau—Kiew  zu  erhalten.  Das  Hauptstück  dieser
Bahn,  Moskau—Brjansk,  wurde  1899  eröffnet.  Durch  diese  Erweiterung
nahm  die  Gesellschaft  die  Benennung  Moskau-Kiew-Woroneshbahn  an 1 ).
Im  übrigen  erschöpfte  sich  die  Tätigkeit  des  Unternehmens  in  der  Schaffung ­
  mehr  lokal  gerichteter  Linien.  So  erhielt  1893  die  Provinzhauptstadt ­
  Tschernigow  eine  Bahn.
War  schon  das  Liniennetz  der  Moskau-Kiew-Woroneshbahn  verhältnismäßig ­
  weit  nach  Westen  vorgeschoben,  so  noch  mehr  das  der  Rybinsk-Bologojer
  Bahn.  Ihr  wurde  im  Jahre  1895  die  kurz  vorher  verstaatlichte
Nowgorodbahn  übertragen,  gleichzeitig  mit  dem  Neubauplan  Bologoje—
Staraja  Russa—Pskow  (eröffnet  1897),  wodurch  eine  direkte  Verbindung
zwischen  Rybinsk  und  Riga  in  die  Wege  geleitet  wurde.  Die  Gesellschaft
nannte  sich  nunmehr  Rybinsker  Bahn.  Die  Moskau-Jaroslawler  Gesellschaft ­
  erhielt  1894  die  Genehmigung  zu  einem  Schmalspurlinienbau
(1,0667  m)  von  Wologda  nach  Archangelsk  und  hieß  fortan  Moskau-Jaroslawl-Archangelsker
  Bahn.  Sie  erwarb  1895  die  Schuja-Iwanowobahn
 2 ),  die  sie  mit  ihrer  1888  fertiggestellten  Linie  Jaroslawl—Kostroma
verband.  Gleichzeitig  mit  der  Eröffnung  der  Archangelsker  Linie  (1898),
die  seitdem  die  nördlichste  Eisenbahnlinie  des  eigentlichen  Rußland  geblieben ­
  ist,  wurden  die  Wolgastädte  Jaroslawl  und  Rybinsk  durch  einen
*)  Völlig  fertiggestellt  wurde  die  Linie  (Moskau—Brjansk—)Nawlja—Tereschtsohenskaja—Konotop
  (—Bachmatsch—Kiew)  erst  im  Jahre  1905.
2 )  Die  Stammlinie  der  Schuja-Iwanowobahn  ist  die  Linie  Nowki  (an  der
Nischni  Nowgoroder  Bahn)  —Schuja—Iwanowo  (1868  eröffnet),  die  1871  nach
Kineschma  an  der  Wolga  geführt  wurde.
            
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