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schiedenen Kombinationen in den Beziehungen zwischen den
Personenelementen dieser Typen geben ein sehr heterogenes
Bild. Im Rahmen der großkapitalistischen Wirtschaft nehmen
wir ungefähr dieselbe soziale Produktionshierarchie wahr wie
in der Industrie; die wirtschaftliche Konstitution des Latifun
diums ist im großen und ganzen dieselbe wie die der Fabrik;
oben — der kapitalistische Unternehmer, tiefer — der Haupt
verwalter (Direktor); darauf ein Stab von qualifizierten Kopf
arbeitern (Landwirte, Buchhalter usw.); noch tiefer — die „An
gestellten“; unter ihnen die gelernten Arbeiter (für die land
wirtschaftlichen Maschinen, an den Zufuhrstraßen, den Elektrizi
tätstationen usw.) und schließlich die ungelernten Arbeiter.
Anders liegen die Verhältnisse in der Wirtschaft des Großbauern,
wo die Stufenleiter der Produktion sich gewöhnlich auf zwei
Kategorien beschränkt: den Herrn und den Arbeiter, Die
„werktätige“ Wirtschaft kennt die hierarchische Stufenleiter
nicht. Die Wirtschaft des Halbproletariers bildet in ihrer Per
sonenzusammensetzung das tiefste Kettenglied in der Leiter einer
anderen Wirtschaft — des Latifundiums, der Fabrik. Wir sahen
in den vorigen Kapiteln, daß das Grundmoment, das die Mög
lichkeit einer unmittelbaren Rationalisierung der Produktion be
stimmt, die vergesellschaftete Arbeit bildet (in jeder beliebigen
Gestaltung, ob staatskapitalistischen oder sozialistischen). Es ist
daher klar, daß allein schon das System des Staatskapitalismus
in bezug auf die Landwirtschaft eine etwas veränderte „Organi
sationsform" annehmen mußte.
Es ist selbstverständlich, daß das Bedürfnis der Bourgeoisie,
die Landwirtschaft in das System des Staatskapitalismus einzu
fügen, geradezu gewaltig war. Denn die Landwirtschaft ist —
insbesondere im Moment der Erschütterungen — ein entscheiden
der Produktionszweig: man kann ohne Röcke, elektrische Lampen