Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

ist,  ein  um  so  größeres  spezifisches  Gewicht  die  proletarische
Tendenz  hat,  so  wird  dieser  Kampf  auch  noch  durch  den  inneren
Kampf  innerhalb  des  Bauerntums  selbst  kompliziert.
Wie  spiegelt  sich  diese  Lage  im  Schicksal  des  Genossenschaftsapparates ­
  des  Bauerntums  wider?  Es  ist  klar,  daß  die
Dinge  hier  anders  liegen  als  in  der  Industrie.  Der  Genossenechaftsapparat
  kann  verkümmern  (bei  einem  wachsenden  Rückgang ­
  der  Austauschverbindung  zwischen  Stadt  und  Land);  er
kann  zerstört  werden  (bei  Ueberhandnahme  der  „Kulaki"  im
Dorfe  und  Verschärfung  des  Kampfes  zwischen  ihnen  und  dem
Proletariat);  er  kann  von  der  allgemeinen  sozialistischen  Organisation ­
  der  Verteilung  aufgesogen  und  nach  und  nach  umgebaut
werden  (bei  Wiederaufnahme  des  realen  Prozesses  des  Produktenaustausches ­
  und  dem  entscheidenden  ökonomischen  Einfluß
der  Städte),  Folglich  ist  hier  ein  völliger  Zerfall  des  Apparates
theoretisch  nicht  unumgänglich  notwendig.
Auf  diese  Weise  entsteht  hier  das  neue  Gleichgewicht  in  ununterbrochenem ­
  Kampfe,  und  deshalb  ist  seine  Herstellung  langsam ­
  und  schmerzlich.  Der  Prozeß  vollzieht  sich  um  so  rascher,
je  schneller  die  Reproduktion  in  der  Industrie  hergestellt  wird,
je  schneller  das  Proletariat  seine  wichtigere  Aufgabe  in  Angriff
nimmt:  die  technische  Revolution,  die  die  konservativen  Formen
der  Wirtschaft  völlig  verändert  und  einen  mächtigen  Anstoß  zur
Vergesellschaftung  der  landwirtschaftlichen  Produktion  liefert.
Doch  gehört  dieses  Thema  schon  zum  folgenden  Kapitel.
            
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