Object: Logik des Geldes

102 Fünftes Kapitel. Zur Systematisierung der Lehren vom Papiergelde. 
eine gewisse Stütze gewähren, gewiß ebenso das Bedürfnis, 
des Publikums nach Zahlungsmitteln für andere Zwecke, ge 
wiß ist in allen diesen Fällen die staatliche Proklamation 
eine allgemeine Voraussetzung für die Geltung der Scheine, 
gewiß können Operationen zur Regulierung der Wechsel 
oder Geldkurse auf die Wertbeständigkeit des Papier 
geldes Einfluß haben. Aber eine andere außerordentlich 
wichtige Grundbedingung für ein zweckmäßig fungierendes,, 
nicht sich entwertendes Papiergeld bleibt doch, daß die 
Menge dieses Geldes die »richtige« ist, ein Postulat, das in 
jenen Formeln der modernen nominalistischen Theorie nicht 
zum Ausdruck kommt. Und damit gelangen wir zu der 
jenigen Formulierung, die alle anderen Theorien in sich 
schließt. 
10. Ein Papiergeld, das sich nicht entwerten soll, kann 
im letzten Grunde nur fundiert sein auf den Glauben des 
Publikums an die Macht des Staates zu endlicher Befriedi-. 
gung. 
Dieser Glaube kann sich stützen und hat sich oft gestützt 
auf das Vorhandensein eines ansehnlichen Metallvorrates. 
Noch heute ist der Metallfonds die beste sinnliche Repräsen 
tation der endlichen Befriedigung, er zeigt am deutlich 
sten den Zahlungswillen und die Zahlungsbereitschaft des 
Staates, die Beziehung zwischen dem Staate und dem Gelde 
des einzelnen. Wenn ein Staat ferner Domänen und Forsten, 
Eisenbahnen und Bergwerke besitzt, die ein Milliardenver 
mögen repräsentieren, so wird sein »Kredit« eine gewisse 
Quantität Papiergeld stützen, obwohl, wie wir oben gezeigt 
haben, durch die Art der Deckung die ideale Forderung der 
Liquidität hier nicht genügend beachtet wird, und obwohl 
die Vorstellung der »Einlösung« hier nicht sehr deutlich 
sein wird. Die Zahlungsbilanz eines Landes endlich wird auf 
den Stand seiner Valuta Einfluß haben, aber nur durch das
	        
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