Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

dennoch ist sie da.*) Aber sie wird nicht von einer fremden 
Kraft eingeführt, sondern drückt den Kollektivwillen Aller aus, 
der für jeden verpflichtend ist. 
Es ist selbstverständlich, daß dieses Element des Zwanges, 
der hier Selbstzwang der Arbeiterklasse ist, anwächst vom 
kristallisierten Zentrum nach der bedeutend mehr amorphen 
und zerstäubten Peripherie. Dies ist die bewußte Kohäsionskraft 
der Teilchen der Arbeiterklasse, die für einige Kategorien, sub 
jektiv, einen äußeren Druck darstellt, die für die gesamte 
Arbeiterklasse, objektiv, ihre beschleunigte Selbstorganisation 
bildet. 
In der kommunistischen Gesellschaft wird eine absolute 
Freiheit der „Persönlichkeit" sein und irgendwelche äußere 
Regelung der Beziehungen zwischen den Menschen fehlen, also 
Selbstaktivität ohne Zwang bestehen. In der kapitalistischen 
Gesellschaft gab es für die Arbeiterklasse keine Selbstaktivität 
und nur Zwang von seiten der feindlichen Klasse. In der Ueber- 
gangsperiode ist die Selbstaktivität der Arbeiterklasse vorhanden 
neben dem Zwange, den die Arbeiterklasse, als Klasse für sich, 
für alle ihre Teile einführt. Der Widerspruch zwischen Zwang 
und Selbstaktivität drückt hier den sich widersprechenden 
Charakter der Uebergangsperiode selbst aus, da das Proletariat 
schon den Rahmen des kapitalistischen Zwanges verlassen hat, 
aber noch nicht zum Mitwirkenden der kommunistischen Gesell 
schaft geworden ist. 
Eine der Hauptformen des Zwanges der neuen Art, die in 
der Sphäre der Arbeiterklasse selbst wirken, ist die Aufhebung 
der sogenannten Arbeitsfreiheit, Die „Arbeitsfreiheit" bedeutet 
in der kapitalistischen Gesellschaft eine der zahlreichen Fiktionen 
■ 
*) Ein Kommunist, der ein Verbrechen begangen hat, wird in Sowjet 
rußland auf Initiative der Partei viel strenger bestraft als ein „einfacher 
Sterblicher“, 
12* Bucharin: Oekonomik. 
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