Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

182 
Widerstand gegen das System der Arbeitspflicht und überhaupt 
gegen jegliche Formen der staatlichen Zähmung der wirtschaft 
lichen Anarchie, Diese Stimulantia treten besonders hervor, 
wenn die erschöpften Städte in der ersten Zeit kein Aequivalent 
für das Getreide und die Opfer für den „gemeinsamen Topf“ 
bieten können. Deshalb bildet auch hier der Zwang eine absolute 
und gebieterische Notwendigkeit. 
Also: gegenüber den früheren bürgerlichen Gruppen ist der 
Zwang von seiten der proletarischen Diktatur ein Zwang von 
seiten einer anderen Klasse, die gegen das Objekt ihres Zwanges 
einen Klassenkampf führt; gegenüber der nicht ausbeuterischen 
Bauernmasse ist der Zwang von seiten des Proletariats insofern 
ein Klassenkampf, inwiefern der Bauer Eigentümer und Spekulant 
ist; der Zwang bedeutet Zusammenschluß des Bauerntums und 
Arbeitsorganisation, Erziehung und Heranziehung zum kommu 
nistischen Aufbau, insofern der Bauer ein Werktätiger und nicht 
Ausbeuter, ein Gegner des Kapitalismus ist; schließlich gegenüber 
dem Proletariat selbst ist der Zwang eine Organisationsmethode, 
die von der Arbeiterklasse selbst eingeführt wird, d, h, eine Me 
thode der zwangsmäßigen beschleunigten Selbst Organisierung. 
Von einem breiteren Standpunkt aus, d. h, vom Standpunkt 
eines dem Umfange nach größeren historischen Maßstabes, bildet 
der proletarische Zwang in allen seinen Formen, angefangen mit 
Erschießungen bis zur Arbeitspflicht, eine, so paradox dies auch 
klingen mag, Methode der Bildung einer neuen, kommunistischen 
Menschheit aus dem Menschenmaterial der kapitalistischen 
Epoche. In der Tat, die Epoche der proletarischen Diktatur ist 
zugleich eine Epoche der Klassendeformation. Der Kapitalismus 
hatte eine mehr oder minder fortschreitende soziale Zersplitterung 
der Gesellschaft zur Folge: er zersetzte das Bauerntum, ver 
nichtete den „Mittelstand“ und trieb die Klassengegensätze auf 
die Spitze, Die Diktatur des Proletariats, die in der ersten Zeit
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.