Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

3  Bucharin:  Oekonomik.

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größte,  die  mächtigste,  die  allumfassendste.  Eine  solche  Organisation ­
  ist  eben  die  Staatsgewalt,  Die  Staatsorganisation  der
Bourgeoisie  konzentriert  in  sich  die  ganze  Macht  dieser  Klasse,
Folglich  müssen  alle  übrigen  Organisationen  —  vor  allem  die
wirtschaftlichen  und  dann  auch  die  anderen  —  ihr  untergeordnet
sein.  Sie  alle  werden  „militarisiert“.  Sie  alle  verwandeln  sich
in  Filialen,  in  Abteilungen  der  einheitlichen,  der  Universalorganisation. ­
  Nur  unter  diesen  Bedingungen  erhält  das  ganze  System
ein  Maximum  von  Stabilität,  So  entsteht  ein  neuer  Typus  der
Staatsgewalt,  der  klassische  Typus  des  imperialistischen  Staates,
der  auf  den  staatskapitalistischen  Produktionsverhältnissen  fußt.
Hier  verschmilzt  die  „Oekonomik“  organisatorisch  mit  der
„Politik  ,  die  ökonomische  Macht  der  Bourgeoisie  verbindet  sich
unmittelbar  mit  ihrer  politischen  Macht,  der  Staat  hört  auf,  ein
einfacher  Beschützer  des  Ausbeutungsprozesses  zu  sein,  und  wird
zum  direkten  kapitalistischen  Kollektiv-Ausbeuter,  der  offen  dem
Proletariat  entgegensteht.*)  Die  Entfaltung  der  Staatsgewalt
offenbart  hier  ihre  ganze  dialektische  Natur;  die  Staatsgewalt
entstand  als  ursprüngliche  und  einheitliche  Form  der  Organisation ­
  der  herrschenden  Klasse;  sie  wurde  dann  zu  einer  der  vielen
Organisationen  der  Bourgeoisie;  schließlich  wurde  sie  von
*)  Ueber  den  Staatskapitalismus  vergl.  außer  den  zitierten  Werken
folgende:  F.  Pinnen  „Die  Konjunktur  des  wirtschaftlichen  Sozialismus",
„Die  Bank“.  April  1915;  Prof.  Jaffe:  „Die  Militarisierung  unseres  Wirtschaftslebens“ ­
  im  Archiv  für  Sozialwisscnschaft  und  Sozialpolitik,  1915,
40,  Band  3,  Heft  V;  Guyot:  „Les  problemes  economiques  apres  la  guerre",
Journal  des  economistes,  vom  15.  August  1915;  Prof.  Karl  Ballod:  „Einiges
aus  der  Utopienlitcratur  der  letzten  Jahre“  in  Grünbergs  Archiv  für  die
Geschichte  des  Sozialismus,  6,  Jahrgang,  1.  Heft;  Walter  Rathenau:  „Die
neue  Wirtschaft"  und  „Der  neue  Staat“;  G.  Bernhard:  „Uebergangswirtschaft”,
  Berlin  1918;  „Monopolfrage  und  Arbeiterklasse“  (Artikelsammlung
von  Rechtssozialdemokraten);  von  russischen  Arbeiten  sei  auf  die  Artikel
und  Broschüren  des  Genossen  Larin  (M.  Lurje)  hingewiesen,  insbesondere
über  die  Organisation  der  deutschen  Industrie.  Vergl,  auch  N.  Ossinski;
„Der  Aufbau  des  Sozialismus"  (die  ersten  Kapitel).
            
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