Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

50

der  Reproduktion,  für  jede  „kritische“  Epoche  und  daher  auch
für  die  Periode  der  Zersetzung  des  Kapitalismus  kategorisch
verpflichtend.  Zu  „normalen"  Zeiten,  d.  h.  dann,  wenn  die  Bedingungen ­
  eines  beweglichen  Gleichgewichtes  des  gesellschaftlichen ­
  Systems  vorliegen,  kann  man  auf  der  Ebene  des  fetischistischen ­
  Ausdruckes  der  gesellschaftlichen  Beziehungen  verbleiben, ­
  denn  er  besitzt  einen  stabilen  Charakter  und  setzt  bestimmte, ­
  ganz  reale,  materielle  gesellschaftliche  Arbeitsprozesse
als  seine  Grundlage  voraus.  Die  Geldverhältnisse,  die  Kategorie
des  Wertes  usw,  sind  allgemeine  Kategorien  der  kapitalistischen
Wirtschaft,  und  wir  können  in  „normalen“  Zeiten  die  Analyse
in  diesen  Kategorien  anstellen,  denn  für  „normale“  Zeiten  sind
sie  normal;  das  Wertgesetz  ist  die  Grundbedingung  der  anarchischen ­
  Produktionsstruktur,  ist  die  conditio  sine  qua  non  des
beweglichen  Gleichgewichts  des  kapitalistischen  Systems-Anders
  liegen  die  Dinge,  wenn  das  Produktionssystem  sich
in  „anormalen“  Verhältnissen  befindet.  Dies  will  sagen,  daß  die
Bedingungen  des  beweglichen  Gleichgewichts  fehlen.  Folglich  ist
es  auch  methodologisch  absolut  unzulässig,  die  Analyse  in  den
Wertverhältnissen  und  in  den  Kategorien  der  fetischisierten  Verhältnisse ­
  überhaupt  zu  führen.  Im  Gegenteil,  hier  muß  man  die
Naturalform  der  Dinge  und  Arbeitskräfte  nehmen,  in  diesen  Einheiten ­
  die  Rechnung  anstellen  und  die  Gesellschaft  seihst  als
Organisation  von  Elementen  in  ihrer  naturaldinglichen  Charakteristik ­
  betrachten*)
Diesen  Grundsatz  begriff  ausgezeichnet  Rudolf  Goldscheid:
*)  Dies  begreifen  leider  sogar  viele  Genossen  nicht,  die  den  relativen
Gesetzen  von  bestimmter  historischer  Bedeutung  eine  übernatürliche  absolute ­
  Realität  zuschreiben.  Sogar  die  im  embryonalen  Zustand  sich  befindende ­
  gesellschaftliche  Buchführung  der  sozialistischen  Wirtschaft  „beruht“
bei  uns  auf  dieser  irrigen  Auffassung.  Und  das  geschieht  gerade  zu  einer
Zeit,  wo  der  Wertausdruck  des  Geldes  inkommensurabel  ist  mit  dem  realen
Arbeitsprozeß  und  der  letztere  die  Verteilung  der  Produktivkräfte  nicht
reguliert.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.