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sich die Landaufteilung anders vollzogen. Hier wurde das Land in
gleichmäßige, senkrecht zu den Haßbergen laufende schmale Parallel-
streifeu geteilt, die durch die ganze Markung ziehen. Auf einem solchen
Parallelstreifen wechselten Ackerland und Wiesen miteinander ab.
Noch jetzt existieren diese Streifen Landes; sie werden noch heute im
ganzen verkauft und vererbt.
Wir übergehen die Zeit der Entstehung der Grnndherrschaft und
wenden uns der Epoche zu, in der wir im Grabfeld die Grnndherr
schaft in ihrer ausgeprägten Form vorfinden.
Als Herrn des Grabfeldes tauchen um das 11. Jahrh, die
Grafen von Wildberg und von Henneberg auf. Durch klage Heirateil
brachten die Grafen von Henneberg den wildbergischen Anteil an sich,
sodaß sie anfangs des 14. Jahrh, als alleinige Herrn des Grabfeldes
erscheinen. Die Grafen voll Henneberg sowohl wie die von Wildberg
hatten nicht Jndividualsnccession, sondern teilteil ihr Land gleichmäßig
unter ihre Kinder. Es ist charakteristisch, wie Graf Berthold von
Henneberg anfangs des 14. Jahrh, sich bemühte, die durch Heirat an
fremde Fürsten gefallenen Anteile des Landes wieder an sein Geschlecht
zu bringen. Sein Sohn Heinrich mußte durch seine Vermählung mit
der Tochter des Markgrafen von Brandenburg einen Teil für die
Familie zurückgewinnen, die anderen Teile erwarb Graf Berthold um
teures Geld zurück. Schnltes spricht in seiner diploinatischeil Geschichte
der Grafschaft Henneberg von schwächenden Teilungen. Diesem Um
stande hatte es das Hochstift Würzbnrg zu verdanken, daß cs schon um
die Mitte des 14. Jahrh, im Grabfeld festen Fuß fassen konnte. Auch
die Klöster und der Klerils erwarben teils durch Kalif, teils durch
Schenkung bedeutende Besitzungen; es lvaren llamentlich das Bistum
Eichstätt, die Klöster Bildhausen, Langheim, St. Stephan zu Würz
burg, Veßra, Wechterswinkel, die viel an Land, Zinsen und Gülten
besaßen. Adelige Vasallen der Grafen erlangten in der Folgezeit Besitz,
indem sie den verschllldeteil Grafen ans ihreil Geldverlegenheiten halfen.
Mitte des 16. Jahrh, starb das Geschlecht der Grafen von Henne
berg aus. Die Fürstbischöfe von Würzbnrg hatten den größten Teil
des Bezirkes an sich gebracht und ihn sich bis in das vorige Jahr
hundert herauf erhalten. Um die Mitte des 18. Jahrh., zu einer
Zeit, iil lvelcher die große Befreiung des Bailernstandes noch nicht
begonnen hatte, waren die Orte des Grabseldes in der Hauptsache
unter folgende Gruildherrn verteilt. Die Fürstbischöfe von Würzbnrg,
hatten 19 Dörfer, von denen 17 zu den Amtskellereien Königshofen
und Snlzfeld gehörten. Die Amtskellerei Königshofen bestand ans den
Orten Alsleben, Althausen, Aub, Eyershausen, Gabolshansen, Herbstadt,,
Jpthausen, Königshofen, Merkershansen, Obereßfeld, Ottelmanilshansen,.