WANDERENGSVERLAUF UND GETROFFENE MASSNAHMEN. 139
weniger ein Kreditinstitut als vielmehr in der Hauptsache
eine Unterstützungskasse bis heute geblieben ist.
Seit Bestehen hat die Darlehenskasse bis 1. September
1920 7098 Darlehen im Gesamtbetrag von rund lEJ/g Millionen
Mark ausbezahlt.
Davon entfallen:
Zahl der Gesamt-Darlehen
betrag
I. Gruppe: Darlehen bis 2000 M. 6356 ca. 8 Mill. M.
II. » von 2000-5000 „ 397 „ 1>/ S „ *
HI. „ , über 5000 „ 345 „6 , „
Trotz der ansehnlichen Summe, die auf die höheren Darlehen
fällt, wird doch in Anbetracht der geringen Zahl
solcher Darlehen durch diese Zusammenstellung die Richtigkeit
unserer obigen Behauptung erbracht.
Eine Übersicht über die Verteilung der Darlehen auf
die Vertriebenen in den einzelnen Ländern sei hier beigefügt,
weil sie eine nachträgliche Bestätigung unserer
Annahme bedeutet, daß die Mehrzahl der vertriebenen
Elsaß-Lothringer sich in Süddeutschland niedergelassen hat.
Bis Mitte Juni 1920 wurden Darlehen im Gesamtbeträge
ausgezahlt nach:
Preußen
3 251000 M.
Rheinland
2 422000 „
Freie Städte
47 000 „
Sachsen
645 000 „
Bayern
1000 000 „
Württemberg
878 000 „
Baden
3 058 000 „
Hessen
1762 000 „
Insgesamt
13 063 500 M.
Zurzeit wird die Tätigkeit der Darlehenskasse bereits
stark eingeschränkt. Die Entschädigung der Flüchtlinge
für ihre Verluste hat seit Anfang des Jahres 1920.
eingesetzt, und so wurde die Darlehenserteilung durch
die A-Kasse in den letzten Monaten fast völlig eingestellt,
während die U-Kasse noch Darlehen erteilt, weil die Erledigung
der Entschädigungsforderung der Vertriebenen
viel Zeit in Anspruch nimmt.