Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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III.  HÄÜPTTEIL.

Wie  die  Arbeitsvermittlung  und  Beschaffung  des  nötigsten ­
  Hausrats  in  erster  Linie  einzelnen  Berufsklassen  unter
den  Vertriebenen  zugute  kam,  so  auch  die  Einrichtung  der
Darlehenskasse.  Der  niedere  Mittelstand  konnte  durch
den  Kredit,  den  diese  Kasse  gewährte,  in  vielen  Fällen
zu  einer  Existenzgründung  gelangen.  Ein  Handwerker
konnte  durch  ein  Darlehen  von  2000  M.  in  die  Lage  versetzt ­
  werden,  sich  sein  verlorenes  Handwerkszeug  zu  ersetzen ­
  und  auf  diese  Weise  unter  gleichzeitiger  Benützung
der  Fürsorge  in  abnehmendem  Maße  allmählich  wieder  in
selbständige  Stellung  gelangen.  Die  Masse  der  Flüchtlinge,,
die  sich  nur  durch  Ersatz  der  in  Elsaß-Lothringen  zurückgelassenen ­
  Werte  in  ihrem  Beruf  wieder  aufrichten  konnte,,
fand  nicht  den  nötigen  Rückhalt  beim  Wiederaufbau  der
Existenz  durch  diese  Darlehenserteilung.  Dazu  war  die
Höhe  der  Darlehen  zu  niedrig.
Gewiß  ist  es  sehr  erfreulich,  daß  durch  diese  Kasse
gerade  den  wirtschaftlich  schwächeren  Klassen  geholfen
wurde.  Aber  wir  haben  schon  mehrfach  festgestellt,  daß
den  um  ihres  Deutschtums  willen  aus  Elsaß-Lothringen
Vertriebenen  in  ihrer  Gesamtheit  so  geholfen  werden  muß,
daß  sie  in  unserem  Wirtschaftsleben,  wenigstens  den
heutigen  wirtschaftlichen  Verhältnissen  Deutschlands  entsprechend, ­
  wieder  an  die  Stelle  treten  können,  die  sie  in
Elsaß-Lothringen  inne  hatten.  Hier  darf  es  keine  Mittelstandspolitik ­
  und  andere  einseitige  Orientierung  geben.
Es  geht  nicht  an,  allgemein  in  unserer  Wirtschaftspolitik
erwogene  Maßnahmen,  wie  etwa  Abbau  der  großen  Privatvermögen, ­
  Überleitung  des  Privateigentums  von  einer  gewissen ­
  Höhe  an  in  die  Hände  der  Gesamtheit,  einseitig  bereits ­
  heute  bei  der  Behandlung  der  vertriebenen  Elsaß-Lothringer ­
  in  Anwendung  zu  bringen.  Der  Kriegs-  und  Revolutionsgewinnler
  erfreut  sich  noch  heute  eines  recht  ansehnlichen ­
  Besitzes.  Der  Deutsche,  der  aus  seiner  Heimat  verjagt ­
  wird,  der  sich  sein  Vermögen  oder  seine  einkommensreiche ­
  Stellung  in  elinem  arbeitsamen  Leben  erworben  hat,
soll  schlechter  behandelt  werden?
Wie  dafür  eingetreten  werden  muß,  daß  dem  Flücht-
            
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