Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

Wänderungsvorgang  els.-lothr.  bevölkerungsrguppen.  55

in  seiner  „Sieges-Befreierstimmung“  in  den  „befreiten  Provinzen“ ­
  begangen  hat,  eine  Ausweisung  oder  Verdrängung
von  Alt-Elsässern  und  Alt-Lothringern  wurde  nur  in  ganz
vereinzelten  Pallen  durchgeführt.  Die  Franzosen  waren
sich  Har,  daß  sie  durch  Schaffung  solcher  Märtyrer  die
deutsche  Sache  in  Elsaß-Lothringen  nur  stärken  würden,
daß  sie  mit  solchem  Vorgehen  die  Verbindung  Elsaß-Lothringens ­
  mit  Deutschland  inniger  gestalten  würden.  Die
Zahl  der  nach  Deutschland  seit  November  1918  eingewanderten ­
  Alt-Elsaß-Lothringer  ist  nicht  genau  festzustellen,
dürfte  aber  höchstens  2000  Personen  betragen.  Es  handelt ­
  sich  meist  um  Männer  (und  deren  Familie),  die  im
politischen  Leben  während  der  deutschen  Zeit  in  Elsaß-Lothringen
  eine  führende  Rolle  auf  seiten  der  Deutschgesinnten ­
  gespielt  haben,  oder  um  Männer,  die  um  der
deutschen  Erziehung  ihrer  Kinder  willen  trotz  vieler
Gegengründe  ihre  Heimat  verlassen  haben.  Frankreich  und
die  französisch  gesinnten  Elsaß-Lothringer  suchen  mit  den
verschiedensten  Mitteln  diese  Alt-Elsaß-Lothringer  wieder
aus  Deutschland  .herauszuziehen,  und  zwar  aus  sehr  durchsichtigen ­
  Gründen.  Dies  dürfte  ihnen  nicht  gelingen.
An  dieser  Stelle  kommt  es  nur  darauf  an,  festzustellen,
daß  die  vertriebenen  Elsaß-Lothringer  bis  auf  eine  kleine
Minderheit  aus  Altdeutschen  bestehen.

Gelingt  es  uns,  aus  den  Statistiken  Elsaß-Lothringens
vor  dem  Kriege  festzustellen,  welchen  Berufen  diese  Altdeutschen ­
  vor  allem  angehörten,  so  können  wir  uns  bereits
ein  Bild  über  die  berufliche  Gliederung  der  Vertriebenen
machen,  ohne  allerdings  noch  zu  erkennen,  welche  Berufe
unter  den  Vertriebenen  am  stärksten  vertreten  sind.  Leider
T  a ^ 8r  s  Gbs  tvers  tändlich  —  waren  vor  dem  Kriege  die  Statistiken ­
  Elsaß-Lothringens  nicht  so  eingerichtet,  daß  sie
c  le  eingewanderten  und  die  einheimischen  Elemente  g&-nennt
  voneinander  behandelt  hätten.  Aus  einer  Staatsangehörigkeits-Statistik ­
  der  elsaß-lothringischen  Bevölkerung ­
  geht  zwar  hervor,  daß  295436  Angehörige  anderer
deutscher  Bundesstaaten  im  Jahre  1910  in  Elsaß-Lothringen ­
  lebten.  Wie  zu  Anfang  betont,  ist  dies  nicht  die
            
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