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Die Organisation.
Packung, Marke, Licktzeichen, Rundfunkvortrag, Vorführung, Kostproben, Vertreterbesuch,
Katalogzusenden, Probesendung u. a. — unterschiedlich und wechselnd ist, stellt die Auswahl
hier an den Organisator hohe Anforderungen; um so mehr, als er auf die Bedürfnisse des Betriebes
Rücksicht nehmen muß. Eine Kontrolle des Erfolges ist zudem sehr schwierig. Mengenmäßig
sind zwar Feststellungen denkbar, jedoch entzieht sich die wertmäßige Erfolgswirkung
fast jeder Beobachtung; alle Erfolgsuntersuchungen sind daher ungenau. Aus diesem
Grunde sind auch so viele und so schlechte Werbeverfahren üblich, da ihr Erfolg oder Mchterfolg
nicht oder nicht einwandfrei ermittelt werden kann. Eine einigermaßen genaue Auswahl
der Verfahren und Mittel nach ihrem Erfolg ist daher ebensowenig möglich. Allerdings gilt
dies mit der Einschränkung, daß auch hier ■— wie immer und überall — grobe Fehler und Sinnlosigkeiten
sich sofort kennzeichnen: man wird nicht das Persilflugzeug über der Sahara
Wolkenschrift schreiben lassen.
Für sämtliche betrieblichen Betätigungen läßt sich die Vorauslese nach weisen;
hinsichtlich der verwendeten Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren ist
sie allerdings je nach der Häufigkeit der notwendigen Entscheidungen oft nicht
deutlich sichtbar, da sie vielfach den leitenden Stellen oder deren Hilfsstellen von
Pall zu Fall überlassen bleibt. Die laufende Unterrichtung aus Fachzeitschriften
und Archiven, die ständige Verfolgung der Fortschritte der Wissenschaft und des
Wettbewerbs auf Tagungen und Ausstellungen, die Unterhaltung eigener und die
Unterstützung fremder Porschungseinrichtungen und Laboratorien und ähnliche
Maßnahmen dienen jedoch vorwiegend dem Zweck, in jeder Hinsicht und für jeden
Fall unterrichtet zu sein. Die Schlagworte der technischen und kaufmännischen
Fehlrationalisierung und übertriebenen Mechanisierung, die sich zum Teil als
Fehlmaßnahmen der Auswahl erklären lassen, mögen hier genügen, um auf die
Bedeutung hinzuweisen.
3. Die Prüfung. Die endgültige Auswahl ist gekennzeichnet durch das Stichwort:
Prüfung. Trotz aller Vormaßnahmen positiver Art kann der Betrieb ohne dieses Verfahren
negativer Ausscheidung nicht auskommen. Vorbedingung für jede Prüfung ist natürlich die
Kenntnis dessen, was als Ergebnis der Prüfung hereinkommen soll, also der Eigenschaften und
Fähigkeiten, die als Grundlage der einzelnen Tätigkeiten angesehen werden. Daher muß zu
Anfang jeder Prüfung eine Festlegung der zum Beruf oder zur Lösung einer bestimmten Aufgabe
erforderlichen Kenntnisse, Eigenschaften und Fähigkeiten erfolgen, die sich sowohl über
die Personen als auch über die verwendeten Verfahren und Stoffe erstrecken müssen.
Die menschlichen Befähigungen umfassen solche körperlicher und geistiger Art, wobei
wiederum die körperlichen zu trennen sind nach sinnenabhängigen (sensorischen) und muskelabhängigen
(motorischen), während bei den geistigen die charakterlichen und die intellektuellen
Eigenschaften zu unterscheiden sind. Sowohl beim Personal, wo eine Prüfung auf Kenntnisse,
Charaktereigenschaften, körperliche und geistige Fähigkeiten die Tauglichkeit festlegt,
als auch bei den Stoffen und Verfahren sind Prüfungen allgemein notwendig und üblich. Überall
ist der früher hochgeschätzte „gute Blick“ durch wissenschaftlich ausgearbeitete Prüfverfahren
verdrängt worden, da er den Anforderungen in keiner Weise gewachsen war. Selbstverständlich
ist eine gewisse Menschen-, Material- und Verfahrenskenntnis für die erste grobe
Auswahl von Wert; die Anforderungen an Feinheit und Genauigkeit, die das Kennzeichen
zeitgemäßer Organisation sind, können sie jedoch nicht erfüllen.
Doch auch die Prüfungen sind nicht ohne Mängel, was deutlich an den einfachsten
Verfahren der körperlichen Geschicklichkeits-und Kraftleistungsuntersuchungen
des Personals nachgewiesen werden kann. Abgesehen von den Prüfungsumständen
und der Erscheinung der Prüfungsbefangenheit stellt die Zeit einen
Umstand dar, der kaum je richtig eingesetzt werden kann. Hinzu kommen die
Schwierigkeiten geeigneter Einrichtungen, die den tatsächlichen Betriebsverhältnissen
und ihren Anforderungen gerecht werden, ferner die oft nur unvollkommene
Möglichkeit, die tatsächlichen Betriebsbedingungen auch der Prüfung zugrunde
zu legen, und endlich — aber wohl am bedeutungsvollsten — die Hemmungen,
die aus den seelischen Antrieben herrühren. Zu allen Körperproben müssen daher,
um auch nur ein einigermaßen glaubwürdiges Bild zu gewährleisten, Ausdrucksbeobachtungen
verarbeitet werden 1 , welche jedoch bisher noch nicht genügend
1 RKW-Veröff. Nr. 87, S. 240.