Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  organisatorische  Auswahl.

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durchgebildet  sind.  Zur  Prüfung  der  geistigen  Berufe  stehen  im  allgemeinen  folgende ­
  Verfahren  in  Anwendung 1 :
1.  Die  Prüfung  der  Kenntnisse  und  des  Wissens  durch  Befragen.
2.  Die  Lösung  von  Aufgaben,  welche  nach  Art,  Umfang  und  Zeitmaß  ihrer  Fragestellung
und  der  Lösung  bestimmte  Schlüsse  auf  die  Eignung  zulassen.
3.  Die  Test-Prüfungen  zur  Prüfung  des  Gedächtnisses,  der  Auffassungsgabe,  der  Entschlußfähigkeit, ­
  des  Beeinflussungs-  und  Sammlungsvermögens.
4.  Die  Beurteilung  auf  Grund  von  gut  ausgearbeiteten  Fragebogen  und  Erfahrungstatsachen. ­

Dabei  spielen  die  für  den  jeweiligen  Beruf  gewichtigsten  Eigenschaften  im
Hinblick  auf  die  Bewertung  noch  eine  Rolle.  Das  bedeutet,  daß  die  „verschiedensten ­
  Berufe  und  die  psychologischen  Anforderungen,  die  durch  sie  gestellt  werden,
zunächst  sorgsam  analysiert  werden  müssen,  ehe  solche  Tests  in  befriedigender
Weise  der  Situation  angepaßt  werden  können“ 1  2 .
Die  Vielzahl  der  bisher  entwickelten  psychotechnischen  Eignungsprüfungen  erklärt ­
  sich  als  Stufenleiter  zwischen  messenden  und  symptomatologisch  beobachtenden ­
  Verfahren  oder  einer  Verbindung  von  beiden;  die  Entwicklung  ist  von  der
Leistungsmessung  mehr  und  mehr  zur  Arbeits-  und  Typencharakteristik  3  gegangen, ­
  wie  es  auch  das  Ausleseverfahren  der  Bosch-A.-G.  kennzeichnet,  die  den
Schwerpunkt  „immer  noch  mehr  auf  die  allgemeine  Intelligenz  und  auf  die
Charakterveranlagung“  ‘  legen  will 4 .  Das  in  der  Bilderbeilage  nach  S.  144  abgedruckte
Schaubild  (Nr.  6)  des  Prüfungsverfahrens  der  Firma  Bosch  A.-G.,  Stuttgart 5  und
der  Psychotechnische  Personalbogen  der  Henkel  &  Co.,  G.m.b.H.,  Düsseldorf 6
auf  S.  127  mögen  die  Sorgfalt  und  Feinheit  der  heutigen  Ausleseverfahren  zeigen 7 .
„Daß  die  Berufstüchtigkeit  in  sehr  viel  höherem  Maße  von  Charaktereigenschaften ­
  als  den  von  durch  die  Tauglichkeitsuntersuchung  zu  erfassenden  Fähigkeiten
abhängt“  8 ,  ist  eine  Äußerung  aus  der  Praxis,  die  für  bestimmte  Fälle  ihre  Berechtigung ­
  haben  mag  und  der  immer  eine  Berücksichtigung  zuzuerkennen  sein  wird;
daneben  aber  bleiben  die  technische  Leistungsfähigkeit  und  die  auf  ihre  Erkennung ­
  gerichteten  Verfahren  der  Arbeits-  und  Leistungsproben  insbesondere  für
den  Akkordarbeiter  voll  gültig,  zumal  die  charakterlichen  Eigenarten  und  ihre
Formung  auf  anderen  Wegen  sichtbar  gemacht  werden  können  und  müssen 9 .
Daß  die  Prüfung  der  Stoffe  und  Verfahren 10  nicht  mit  derartigen
Schwierigkeiten  zu  kämpfen  hat,  bedarf  keines  besonderen  Nachweises.  Immerhin
sind  auch  hier  die  Verhältnisse  nicht  einfach,  doch  hegen  die  Zweifel  und  Unsicherheiten ­
  weniger  in  den  eigentlichen  Bedingungen  der  Sache  und  der  Prüfung  als  in
den  Wünschen  und  Zielen  hinsichtlich  ihrer  Verwendung,  also  in  den  Bestimmungsgründen ­
  der  Auswahl  (auf  die  noch  eingegangen  werden  muß).  Es  gilt  bei
der  Stoffuntersuchung  die  Frage  zu  klären,  „ob  der  gewählte  Stoff  die  Eignung
1  Baumgarten,  Fr.;  Die  Berufseignungsprüfungen,  und  Giese.
2  Münsterberg:  Grundzüge  .  ..,  S.  129.
3  Siehe  Leistungs-und  Charakterprüfung.  Z.  f.  O.  vom  5.  August  1931.
4  BKW-Veröff.  Nr.  87,  S.  84.  5  Entnommen  aus  BKW-Veröff.,  S.  238.
6  Entnommen  aus  Schmidt:  Henkel  &  Co.  AG.
7  Über  die  im  übrigen  die  mehrfach  angezogene  BKW-Veröff.  Nr.  87  sowie  die  im  Sohrifttumsverzeiohnis
  angegebenen  Schriften  von  Giese,  Baumgarten,  Couve,  Freund  u.  a.
einen  ausgezeichneten  Überblick  geben.  Als  ausgezeichnete  Einführung  in  einen  rein  geistigen
Beruf  sei  noch  erwähnt  Sohigut:  Die  Berufseignung  des  Bücherrevisors.  Berlin-Wien  1933.
8  RKW-Veröff.  Nr.  87,  als  Äußerung  der  Maybach-Motorenwerke.
8  BKW-Veröff.  Nr.  87,  S.  243.
10  Eingehende  Darstellungen  finden  sich  in:  Handbuch  für  industrielle  Werkleitung,  herausgegeben ­
  von  Frölich,  Übersetzung  von  „Alfords  Managements  Handbook“  (Ronald  Press  Co.,
New  York),  unter  dem  Abschnitt:  Güteprüfung  von  Badford.  Ferner  im  Handbuch  der
Rationalisierung,  Abschnitt  Materialprüfung  und  Werkstoffkunde  (S.  186ff.).  Hier  ist  auch
■auf  S.  1133—36  eingehend  Literatur  angegeben.  Schließlich  Buxbaum:  S.  95—103.  —
Pohl:  Hilfsbuoh  für  Einkauf  und  Abnahme  metallischer  Werkstoffe,  Berlin.
            
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