Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Organisation.

für  seinen  Verwendungszweck  verbürgt,  und  ob  die  Qualitätsstufung  nach  Klassen
so  günstig  getroffen  wurde,  daß,  von  der  Betriebsseite  gesehen,  günstige  Auflagebedingungen ­
  erzielbar  sind,  von  der  Absatzseite  her  aber  das  Maß  vernünftiger
oder  berechtigter  Anforderungen  keine  Einschränkung  erleidet.  Es  ist  dabei  zu
beachten,  daß  die  Sicherbarkeit  der  Qualität  durch  Aufstellung  zweckmäßiger
Lieferbedingungen,  Liefervorschriften  und  Prüfverfahren  ermöglicht  und  gewährleistet ­
  wird,  und  daß  durch  Normung  eine  wirtschaftliche  Auswahl  und  Beschränkung ­
  der  Warensorten  im  Interesse  von  Hersteller,  Verbraucher  und  Händler  erzielt ­
  wird“ 1 .
Bei  den  Arbeitsmitteln  und  Verfahren  ist  eine  scharfe  Grenze  des  organisatorischen ­
  Bereichs  nur  schwer  zu  finden;  gewisse  Verfahrensweisen,  ob  handwerklich
oder  automatisch,  ergeben  sich  bereits  aus  der  Wahl  der  Erzeugung  oder  der
Dienstleistung,  so  etwa,  wenn  sich  der  chemische  Betrieb  in  gewissem  Umfang  oder
aus  technischen  Gründen  nur  apparativ  vollziehen  läßt.  Jedoch  schon  die  Wahl
der  verschiedenen  Erzeugungsarten  und  Erzeugungsmittel  im  technischen  Bereich ­
  wird  eindeutig  der  Fabrikorganisation  zugerechnet;  Einzel-,  Serien-  oder
Fließfertigung,  Spezialmaschinen,  Universalaggregate  oder  marktgängige  Werkzeugmaschinentypen, ­
  Werkzeuggestaltung  und  Vorrichtungsbau,  Transportangelegenheiten ­
  (ob  Krane,  Gleisanlagen  oder  Flurkarren)  und  Bearbeitungsmöglichkeiten ­
  (Drehen,  Schleifen,  Bohren,  Schmieden,  Pressen,  Gießen,  Schweißen),
sogar  die  Entlohnungsarten  u.  ä.  sind  Fragen,  deren  Beantwortung  dem  Fabrikorganisator ­
  übertragen  ist.  Sie  sind  selbstverständlich  eindeutig  organisatorische
Angelegenheiten  der  Auswahl  und  werden  auch  durch  Aufstellung  von  Richtlinien,
Fahrplänen,  Normalien,  Tabellen,  Qualitäts-  und  Bearbeitungsvorschriften  organisatorisch ­
  behandelt,  indem  auf  diese  Weise  eine  Trennung  erwünschter  oder  unerwünschter ­
  Verfahren  und  Mittel  durchgeführt  wird.  So  stellen  sich  auch  die
Materialprüfungsämter,  welche  mit  den  feinsten  Verfahren  und  Einrichtungen
arbeiten 1  2 ,  ferner  die  technischen  Kontroll-  und  Revisionsbüros,  die  Aufsichtsbeamten ­
  als  Auswahlorgane  dar  mit  der  Aufgabe,  die  im  Hinblick  auf  den  Betriebszweck ­
  vorteilhaften  Bedingungen  in  ihrer  Entwicklung  zu  fördern  und  zu  bevorzugen, ­
  die  nachteiligen  aber  möglichst  vollständig  herauszufinden  und  auszuscheiden. ­
  Sämtliche  Fragen  der  Bestgestaltung  der  Arbeit,  die  von  betriebseigenen  und
-fremden  Stellen  bearbeitet  werden,  gehören  hierher;  sie  sind  in  neuerer  Zeit  in
den  Vordergrund  der  Erörterungen  getreten 3 .
Genau  so  ist  es  im  Bereich  der  mehr  kaufmännischen  Arbeit.  Von  der  Wahl  der
Auftragsführung  (Fertigungs-,  Versand-,  Vorrats-,  Lagerauftrag)  über  die  der
Verrechnungsverfahren  und  Zahlungsbedingungen  und  die  oft  schwierigen  Fragen
der  Auswahl  geeigneter  Buchungsverfahren  und  -mittel  bis  zu  der  Entscheidung
für  eine  bestimmte  Schreib-  und  Buchungsmaschinenmarke  und  die  Gestaltung
des  Arbeitsplatzes,  eine  Vervielfältigungs-  oder  Schriftart,  ein  Kurzschriftsystem ­
  und  eine  Stempel-  oder  Federhalterform  wird  alles  nach  den  gleichen
Grundsätzen  positiver  oder  negativer  Auslese  behandelt 4 .
1  RKW-Veröff.  Nr.  95,  Jahresbericht  1932/33,  S.  19/20.
2  Z.  B.:  Röntgenbestrahlung  von  Metallen  zur  Feststellung  von  Blasen,  Lunkern,  Rissen
und  Einschlüssen.  Neuerdings  wird  vorgeschlagen,  an  Stelle  der  Röntgenbestrahlung  radioaktive ­
  Stoffe  zu  verwenden,  da  sie  ein  größeres  Durchdringungsvermögen  besitzen,  wie  Versuche ­
  von  Riehl  und  Berthold  (bei  der  Auer-Gesellschaft)  mit  Gamma-Strahlen  des  Mesothoriums ­
  nachwiesen;  s.  Techn.  Blätter  der  DBZ.  vom  22.  April  1934.
3  S.  z.  B.  die  Tagung  des  RKW:  Der  Mensch  und  die  Rationalisierung  am  27.  und  28.  Februar ­
  1931,  wo  Vorträge  von  Lipmann  und  Stein  über  diese  Frage  gehalten  wurden.  (Bericht ­
  über  diese  Tagung,  Berlin  1931.)
4  Die  Buch-  und  Zeitsohriftenliteraturist  voll  von  Darstellungen  undllntersuchungen  dieser
Art.  Hier  eine—natürlich  nur  ganz  unvollständige  —  Blütenlese  wahllos  herausgegriffener
Artikel  und  Buchveröffentlichungen;  Ullmann:  Auswahl  von  Buchungsmaschinen,  in  „Die
            
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