Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Ordnung  als  organisatorisches  Verfahren.

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4.  bei  der  Gruppierung  nach  Filial-,  Vertreter-,  Reisenden-  und  Kundenbezirken;
5.  bei  der  Verwendung  als  Postortsverzeiohnis.
Bei  entsprechenden  Anhängenummern  kann  jeder  einzelne  Kunde  oder  jeder  Betrieb  eines
Geschäftszweiges  erfaßt  werden  (z.  B.  Banknummernverzeiohnis).  Auf  den  Wechsel-  und
Scheckvordrucken  ist  ein  besonderes  Feld  für  die  Banknumerierung  vorgesehen,  so  daß  bei  der
Bearbeitung  im  Verkehr  der  Banken  untereinander  und  mit  den  Abrechnungsstellen  eine  große
Vereinfachung  erzielt  wurde  durch  die  Möglichkeit  der  Fortlassung  der  Ortsnamen;  auch  die
Sortierung  im  Innenbetrieb  ist  wesentlich  vereinfacht  worden 1 .
In  Verbindung  mit  der  Zeitrechnung  gibt  die  Zahl  Datum  und  Stunde  an  und  ermöglicht
so  eine  Festlegung  von  Zeitpunkten  und  Zeiträumen.  Es  entstehen  die  Terminbezeichnungen,
nach  welchen  der  Schriftverkehr  geordnet  und  abgelegt  werden  kann.  Nicht  nur  Verfallszeiten
(bei  Wechseln)  und  eigene  oder  fremde  Zahlungs-  und  Lieferungstermine  können  so  beobachtet
werden,  sondern  es  sind  auch  sonstige  Möglichkeiten  vorhanden.  So  können  Personen  nach
Geburtstagen,  Sterbetagen,  Heiratstagen  usw.  in  geeigneter  Zahlenzusammenstellung  etwa
mit  dem  Geburtsort  oder  dem  Tag  des  Vertragsbeginns  angeordnet  werden,  was  für  Versicherungsbetriebe, ­
  Sparkassen  und  ähnliche  Betriebe  von  Vorteil  ist 1  2 ,  da  hier  die  Beziehungen
zwischen  Wirtschaftsbetrieb  und  Kunden  sehr  lange  •—  oft  bis  zum  Lebensende  —  andauern
und  in  dieser  Zeit  alle  anderen  Ordnungsmerkmale  sich  mehrfach  verändern  können.
Neben  Worten,  Buchstaben  und  Zahlen  sind  besonders  durchgebildete  Zeichen  als
Symbole  verwendbar,  die  aus  einfachen  oder  mehrfachen,  durchgehenden,  gepunkteten,  gebrochenen, ­
  gekreuzten  Strichen  oder  geometrischen  Figuren,  wie  Kreis,  Ellipse,  Stern,  Quadrat, ­
  Dreieck  usw.  in  vielfachen  Verbindungen  möglich  sind.  Ein  gutes  Beispiel  gibt  der  Kontenrahmen ­
 3 .  Er  kennzeichnet  die  einzelnen  Konten  des  Rechnungswesens  durch  einheitliche
Bezeichnungen  und  Schaubilder,  faßt  gleichgerichtete  zu  Kontengruppen  und  Kontenklassen
zusammen,  ordnet  diese  und  verbindet  sie  durch  symbolische  Buchungslinien,  so  daß  ein  schneller ­
  und  vollständiger  Überblick  möglich  und  die  Feststellung  von  Mängeln  sowie  die  Überwachung ­
  der  einzelnen  Konten  erleichtert  werden.  Schmalenbaoh  sagt  selbst  über  das
Ziel  seiner  Arbeit,  daß  sie  „Ordnung  und  Übersicht  in  die  Vielheit  der  Konten“  bringen  und
die  „Leistung  von  Ordnungsarbeit  größten  Stils  im  Rechnungswesen“  möglich  machen  solle.
Die  Konten  werden  durch  geometrische  Figuren  (Rechteck,  Dreieck,  Kreis,  Verbindungen
dieser  Figuren  miteinander)  und  der  Gang  der  Buchungen  durch  Linien  dargestellt;  die  Art
des  Linienflusses  und  des  Linienansatzes  kennzeichnet  jeweils  besondere  Vorgänge,  zum  Beispiel ­
  links  einmündend:  Soll-Buchungen,  rechts  einmündend:  Haben-Buchungen;  durchgehende ­
  Linien  stellen  laufende  und  monatliche  Buchungen,  gestrichelte  Linien  Jahresbuchungen, ­
  ein  rechts  gerichteter  Pfeil  eine  progressive,  ein  links  gerichteter  eine  retrograde
Rechnung  dar.  Sämtliche  Konten  werden  nach  vier  Ordnungsmerkmalen  in  fortlaufender
Stufung  eingruppiert,  wobei  allerdings  —  um  eine  größere  Übersicht  zu  schaffen  und  auch  die
Anwendung  maschineller  und  Loch-Buchhaltungen  zu  ermöglichen  —  die  einzelnen  Stufen
jeweils  so  erweitert  werden,  daß  das  Dezimalsystem  zur  Anwendung  kommt.  Das  Ordnungsmerkmal ­
  ist  in  der  ersten  Stufe  die  Konten-Beanspruchung;  ruhende  (von  Klasse  0)  und  bewegte ­
  Konten  (Klasse  I—9).  Das  Merkmal  der  zweiten  Stufe  ist  die  Verkehrsrichtung:  Verkehr ­
  mit  der  Außenwelt  (Klasse  1),  innerbetrieblicher  Verkehr  (Klasse  2—9).  Die  nächste  Stufe
trennt  nach  dem  Rechnungszweck  in  Jahreserlös-Rechnung  (Klasse  2)  und  Betriebserlös-Rechnung
  (Klasse  3—9).  Die  nächste  und  letzte  Stufe  ist  nach  Kostenarten  (Klasse  3  und  4),
Kostenstellen  (Klasse  6  und  7),  Kostenträger  (Klasse  8)  und  der  Erlösabrechnung  (Klasse  9)
unterteilt;  die  Verwendung  der  Klasse  6  ist  offen  gelassen.  Auch  die  einzelnen  Klassen  sind
nach  dem  dekadischen  System  in  10  Gruppen  zu  je  10  Steilen  unterteilt.
Sehr  gute  Unterscheidungsmögliohkeiten  und  starke  Auffälligkeit  sind  durch  Farbenzeichen
  gegeben 4 ;  vor  allen  Dingen  die  Verbindung  der  Farbensymbolik  mit  der  Zeichensymbolik ­
  ergibt  eine  große  Vielfältigkeit,  die  innerhalb  einer  gleichen  Gruppe  durch  verschiedene ­
  Farben  noch  erhöht  werden  kann.  Andererseits  sind  jedoch  Farben  nur  schwer  bestimmbar; ­
  vor  allem  sind  nur  wenige  ausgeprägte  Farben  brauchbar,  da  nicht  nur  mit  der  schwachen
Unterscheidbarkeit,  sondern  auch  mit  Farbenblindheit  einzelner  Personen  gerechnet  werden
muß.  Außerdem  besteht  noch  kein  festes  Farbensystem,  das  eine  genaue  Scheidung  und  Unterscheidung ­
  aller  Farben  ermöglicht  (ein  brauchbarer  Versuch  ist  die  Ostwaldsche  Farbenreihe).
Die  Verwendung  der  Farbe  kann  bis  in  Einzelheiten  hinein  sehr  zweckmäßig  sein,  zum  Beispiel
das  Schreiben  mit  verschiedenen  Farbstiften  (Chef  rot,  Prokurist  blau)  oder  das  Vorschreiben
des  Tempos  der  Erledigung  (Schriftstück  auf  rotem  Papier  oder  in  roter  Mappe:  sofort  bearbeiten!). ­
  Es  ist  sogar  denkbar,  daß  jede  Abteilung  eines  Betriebes  ihre  bestimmte  Farbe
erhält,  zum  Beispiel  Verwaltung:  weiß,  Leitung:  braun,  Einkauf:  blau,  Fertigung:  rot  usw.;

1  RKW-Veröff.:  Die  Ortsnumerierung  in  der  Praxis,  S.  7/8.
2  Z.  f.  Handelswiss.  u.  Handelspraxis  1916,  S.  17  und  Sanner:  S.  37/38.
3  Schmalenbach:  Der  Kontenrahmen.
4  le  Coutre-Thoms:  S.  159  und  das  dort  angegebene  Schrifttum.
            
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